DO IT FAST Winter Edition 2022 – In Sturm und Regen auf Phoenix West (10 km)

Wo früher Stahl geschmolzen wurde, werden heute Bestzeiten in den Asphalt gebrannt. Deshalb bezeichnet sich der DO IT FAST-Run auch als schnellster Lauf über die 5 und 10 Kilometer-Strecke in Dortmund.

Am letzten Sonntag war es so weit und die diesjährige Winter-Edition ging an den Start. Das Wetter war alles andere als schön. Kalt, stürmisch und vor allem regnete es wie aus Eimern. Ich hatte Glück und fand einen Parkplatz, ein wenig windgeschützt in unmittelbarer Nähe der Startlinie. So konnte ich eben schnell meine Startnummer holen, mich dann wieder ins Warme begeben und warten. 20 Minuten vor dem Start ging ich dann zum Start und nutzte den Weg direkt für ein paar Einlaufrunden.

Der Start befand sich links vom alten und imposanten Hochofenwerk Phoenix West. Unter dem mythologisch angehauchten Namen „Phoenix“ prägte eine Stahl-Produktionskette im vorigen Jahrhundert eine lange Zeit den Dortmunder Vorort Hörde. Dabei ist Phoenix der Mythologie nach, der Vogel, der verbrennt, um wieder aufzuerstehen (Phoenix aus der Asche). Das Stahlwerk ist heute ein eindrucksvolles Industriedenkmal und ist nie wieder auferstanden. Drumherum entstehen heute allerdings breite Boulevards, ausladende Freitreppen und plätschernde Kaskaden, die den vielen Firmen, die sich hier ansiedeln, ein interessantes Umfeld bieten.

Ende der Geschichtsstunde. Es regnete und ich hatte noch 10 Minuten bis zum Start. Ich stellte mich mit ein paar anderen Läufern in einem überdachten Fahrradständer unter. So waren wir windgeschützt. 5 Minuten vorher lief ich noch ein wenig die Straße hoch und runter und reihte mich dann in das Starterfeld ein.

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Kurz nach 9 Uhr erfolgte dann der Start auf der Carlo-Schmid-Allee. Wir liefen zuerst in östliche Richtung auf die Warsteiner Music Hall und das alte Schalthaus zu. Dann ging es nach links weiter Richtung Bahngleise, an denen wir für rund 700 Meter entlangliefen. Hinter den Bahngleisen lag die Halde Hympendahl, die wir aber nicht sehen konnten. Am Ende des Weges kam eine kleine Steigung und es ging wie auf einem Damm entlang zurück in Richtung Phoenix West.

600 Meter liefen wir nun auf dem dammähnlichen Weg entlang. Rechts war nur freie Fläche. Hier befand sich der Phoenix-Park, der dem Wind leichtes Spiel mit uns bot. Von schräg vorne wurden wir ordentlich ausgebremst. Dann erreichten wir die Konrad-Adenauer-Allee, auf die wir nach links einbogen. Hier mussten wir ordentlich aufpassen, da die verlegten Platten durch das Wasser doch ordentlich glatt waren. Rechts vom Fußweg befand sich aber auch eine Asphaltschicht, auf die man gut ausweichen konnte.

Höhenprofil

Nach 200 Metern mussten wir wieder nach links abbiegen und nach weiteren 200 Metern nach rechts in die Carlo-Schmid-Allee. Jetzt waren wir auf der eigentlichen Zielgeraden, mit der wir aber erst 2,5 Kilometer geschafft hatten.

Ich hatte mich für den 10 Kilometer-Lauf entschieden, also musste ich nun noch weitere drei Runden laufen, bevor ich in den eigentlichen Zielkanal einbiegen konnte. Insgesamt liebe ich ja derartiges Wetter, da meine Zeiten da immer sehr zügig sind. Die ersten 6 Kilometer lief ich deutlich unter 5 Minuten/Kilometer. Kilometer 7 lag dann bei 5:14 min/km und Kilometer 8 konnte ich noch einmal Reserven aktivieren. Da lag ich dann bei exakt 5:00 min/km. Kilometer 9 bremste mich dann ein wenig aus, was bei mir komischer Weise aber vor dem Ziel immer der Fall ist. Mit 5:23 min/km verschenkte ich hier Zeit.

Im Nachgang habe ich mir mal die SAT-Zeiten angeschaut. Das auf Steigung angepasste Tempo errechnet ein äquivalentes Tempo für einen Lauf in flachem Gelände. So kann der Läufer seine Läufe im hügeligen und flachen Gelände leichter miteinander vergleichen. Da bergauf Laufen zusätzliche Anstrengung erfordert, ist das auf Steigung angepasste Tempo schneller als das tatsächliche Lauftempo. Beim bergab Laufen ist das auf Steigung angepasste Tempo langsamer als das tatsächliche Lauftempo.

Beim SAT-Tempo lag ich nur bei Kilometer 7 und 9 leicht über 5 Minuten. Da der Lauf insgesamt aber auch sehr flach war und nur an einer Stelle eine leichte Steigung aufwies, war klar, dass es wenig unterschied in den Werten geben würde.

Ich schaffte es in 50:48 Minuten ins Ziel, was einer durchschnittlichen Pace von 5:05 min/km entsprach. Mit dieser Zeit belegte ich Platz 202 von 351 Startern. Bei den Männern reichte es für Platz 157 (221) und in der Altersklassenwertung für Platz 18 (27). Grundsätzlich eine top Zeit für das derzeitige Fitness-Level, aber 49 Sekunden schneller wäre auch schön gewesen (lol).

Im Nachgang des Laufes gab es eine wirklich sehr schöne Finisher-Medaille und auch die Verpflegung hatte schon Marathon- oder Halbmarathon-Charakter. Es gab reichlich Getränke, neben diversen alkoholfreien Bieren auch RedBull und Wasser. Der obligatorische Laufschuhbeutel eines Dortmunder Laufschuhfachgeschäftes, gut gefühlt mit Magnesium-Präparaten, Hautcremes und einer Reisezahnbürste fehlte auch nicht.

Alles in allem ein wirklich sehr gut organisierter Lauf. Flach, schnell und gut zu laufen. Wer das Ganze mal bei gutem Wetter laufen möchte, der hat dazu im Sommer Gelegenheit. Da gibt es nämlich die Sommer-Edition, die am 21. August stattfindet und für die man sich bereits heute anmelden kann. Dieser Lauf ist durchaus Bestzeitentauglich, wenn man schon zu Beginn der Saison mit 5:05 min/km abschließt. Schöner wäre es jedoch, wenn die scharfen Kurven im Westen der Strecke, auf den Damm und runter vom Damm, nicht wären. Dann könnte man richtig durchziehen. Aber das sind natürlich Luxusgedanken. Irgendein Handicap muss halt immer sein.

Informationen zum DO IT FAST-Lauf in Dortmund findet Ihr auf der Website des Veranstalters.

Startet gut in die Saison und allzeit gute Läufe!

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