Check: Salomon Sonic RA 2 – Schneeweiß unterwegs auf der Running Avenue (SP)

Salomon ist den meisten Läufern wohl eher als zuverlässiger Lieferant für hochwertige Trailschuhe bekannt. Auch ich nutze die Schuhe regelmäßig mit großer Begeisterung.

Seit einigen Jahren etabliert sich der französische Hersteller aber auch immer erfolgreicher im Bereich der Straßenlaufschuhe. Von einer Eintagsfliege unter den Laufschuhen kann man daher schon lange nicht mehr sprechen.

Nachdem ich bereits vor drei Jahren den Salomon Sonic Pro testen konnte, habe ich mich nun an den Salomon Sonic RA 2 gewagt. Ein Modell, mit dem sich Salomon weiter im Bereich der Straßenlaufschuhe etablieren möchte. Kann der Laufschuh aber die hohen Erwartungen, bedingt durch seine Trailbrüder, erfüllen? Mein neuester Laufschuhtest soll diese Fragen beantworten.

Der erste Eindruck

Der Salomon Sonic RA 2 ist sicherlich nicht mit dem Sonic Pro zu vergleichen. Öffnet man den Schuhkarton, dann liegen da schon zwei ordentliche Klopper vor einem in der Kiste. Dennoch täuscht der erste Eindruck, da das Gewicht mit 260 Gramm recht überschaubar ist.

Insgesamt erinnert der Schuh mich schon stark an den New Balance M890 V6, den ich im Sommer 2018 testen konnte.

Mein Schuh kam in der Farbe Weiß. Für den Vielläufer eine eher schwierige Farbe, da der Schuh sicherlich nicht die Farbe behalten wird. Dennoch wirkt er durch die insgesamt helle Farbgebung, auch im Bereich der Sohle, sehr leicht und fluffig.

Komfort und Passform

Komfort und Passform sind Salomon-typisch. Einmal reinschlüpfen und alles passt – wenn man die richtige Größe gewählt hat. Da die Schuhe eher schmal geschnitten sind, wählt man bei den Laufschuhen besser immer eineinhalb Nummern Größer. Als 46-er trage ich daher grundsätzlich 47,5 – bei allen Laufschuhen..

Die Ferse sitzt fest, kein rutschen und rausschlüpfen sind zu spüren. Selbst Einlagen kann ich in den Schuh einziehen und sitze dennoch fest „im Sattel“. Der Laufschuh bietet Trägern orthopädischer Einlagen das Herausnehmen der Innensohle an, um diese durch die eigene zu ersetzen. Ich bin überrascht. Als Pronierer stehe ich super gerade mit dem Schuh da. Dies spricht für das Material, welches dem Fuß deutlich Stabilität gibt.

Das Obermaterial – Hauptsache atmungsaktiv und luftig

Das Außenmaterial ist ein feines luftiges Meshgewebe, welches ein angenehmes Tragegefühl bietet und den Schuh sehr atmungsaktiv gestaltet. Die so genannte SensiFit™-Konstruktion umfasst den Fuß von der Zwischensohle bis zum Schnürsystem. Dieses gewährleistet eine stabile, präzise und rundum bequeme Passform, reduziert das Gewicht und trägt zum Komfort und zur Stabilität bei.

Auffallend ist auch die durchaus sehr breite Zunge, die mit der Schnürung verbunden werden kann. Da die Zunge aber, ebenso wie das Mesh, sehr dünn konzipiert ist, drückt hier überhaupt nichts. Vielmehr schmiegt sich die Zunge glatt über den Spann. Ich hatte hier erst durchaus Fragezeichen, da ich bei vielen Sportschuhen das Problem habe, dass die Zunge verrutscht und dann irgendwann anfängt zu drücken – hier zum Glück Fehlanzeige.

Im Bereich der Achillessehne und unterhalb der Knöchel bietet der Salomon Sonic RA 2 weiche eingearbeitete Polsterkissen. Hierdurch wird der Schuh gut am Fuß fixiert. Drücken tut auch hier überhaupt nichts. Die Kissen merkt man nicht einmal.

Dämpfung und Grip – Die technologische Highendsohle

Beim Salomon Sonic RA 2 wird nicht nur eine einfache Sohle verbaut. Hier wird Hightech für die Füße produziert.

Die Sohle ist geometrisch entkoppelt. Dies meint, dass eine Konstruktionsweise verwendet wird, bei der der Schuh mit dem Fuß arbeitet, nicht gegen ihn. Die geometrische Entkopplung teilt den Schuh in zwei unterschiedlich stützende Zonen auf.

Die stützenden Zonen sind in jedem Modell der Running Avenue-Schuhe (Sonic RA Pro / Sonic RA / Sonic RA Max) individuell positioniert, um die Vorwärtsbewegung zu optimieren. Während beim Sonic RA Pro die Orientierung zu Mitte hin erfolgt, somit eine kleinere Auftrittsfläche geboten wird und beim Sonic RA Max die Orientierung nach außen neigt, was eine größere Auftrittsfläche bietet, bildet das Testmodell, der Sonic RA, die Mitte der Sohlenorientierung ab. Hier sind die beiden stützenden Zonen zentriert ausgerichtet und bilden somit eine normal große Auftrittsfläche ab.

Der Salomon Sonic RA 2 ist somit perfekt als alltäglicher Laufschuh geeignet und nimmt dabei den Komfort ernst. Die bekannte Komponente, wie EnergyCell™+ findet sich auch im Salomon Sonic RA 2 wieder. EnergyCell+ ist eine Zwischensohlenmischung mit hoher Energierückgabe, die das Laufen leicht machen und gleichzeitig ein hohes Maß an Dämpfung und Haltbarkeit bieten soll.

In Verbindung mit der neuen VIBE™-Technologie, die Stöße und Vibrationen absorbieren und einen reibungsloseren Übergang vom Fersenauftritt zum Zehenabschlag ermöglichen soll, wird das Laufverhalten reaktiv. Das klingt jetzt maximal theoretisch, meint aber, dass man im Rahmen seines Laufs einen sehr guten Kontakt zum Straßenbelag hat, somit ein direktes Laufgefühl erfährt und dies ohne, dass die Muskeln zu sehr beansprucht werden. Das Verletzungsrisiko soll somit deutlich reduziert werden.

Schließlich wird OPAL verbaut. Hierbei handelt es sich um eine leichte, langlebige und hochdämpfende Mischung, die wie Kissen in die Zwischensohle eingesetzt wird, um Komfort auf der Straße zu gewährleisten. Beim Salomon Sonic RA 2 sind es hier im Fersenbereich 12 mm und im Bereich des Vorderfußes 6 mm.

Auch altbewährt, aber bei jedem Laufschuhtyp individuell angepasst und vorhanden, ist die Contagrip®-Außensohle.

Die Contagrip Laufsohlen bestehen aus einer Kombination verschiedenster Gummimischungen mit unterschiedlichen Dichten und Härtegraden. Das bedeutet, dass einige Bereiche der Laufsohle härter, andere weicher sind. Bereiche, die eher dazu tendieren, stark strapaziert zu werden und somit schneller zu verschleißen, bestehen aus dem härteren Material mit höherer Dichte. Das wäre zum Beispiel der Rand der Laufsohle. Andere Bereiche sind weicher, wie die Mitte der Sohle, da hier eine stärkere Flexibilität nötig ist.

Der Salomon Sonic RA 2 bietet hervorragende Traktion, nicht nur auf Asphalt, sondern auch auf schottrigen Wegen oder Waldwegen. Seine wahre Größe entfaltet er aber unbestreitbar auf Asphalt, wo er auch bei Regen und nassen Bedingungen zuverlässig den Läufer in der Spur hält.

Fazit

Der Salomon Sonic RA 2 liefert ein reaktionsschnelles Lauferlebnis. Die bissige und schnelle Sohle ist zwar recht fest, dennoch hilft dies in der Beschleunigung beim Laufen. Die Ferse ist ausreichend stabil gepolstert.

Das Außenmaterial ist ein luftiges und atmungsaktives Mesh, was den Schuh leicht macht und gleichzeitig dem Fuß ordentlichen Halt verleiht, da sich dieses beim Schnüren optimal an die Fußform anpasst.

Mit dem Salomon Sonic RA 2 hat Salomon einen veritablen Alltagstrainer für Läufer auf den Markt gebracht, die ein direktes Laufgefühl bei gleichzeitig ausgewogener Dämpfung suchen.

Der Schuh hat das Zeug zu einem Klassiker, so dass es durchaus legitim erscheint, auch wenn der Schuh bereits Anfang 2019 auf den Markt kam, heute noch einen Testbericht über ihn zu schreiben.

Der Salomon Sonic RA 2 gehört zum Programm „Running Avenue“, bei dem sich der Läufer durch die Kollektion von 3 unterschiedlichen Schuhen weiterentwickeln kann. Ziel ist es laut Salomon, den Auswahlprozess eines Laufschuhs zu erleichtern, und die Kunden mit dem perfekten Schuh für ihren Körper auszustatten. Entsprechend ihres Fortschritts können sich die Läufer in der Avenue weiterentwickeln und einen anderen Schuh wählen.

Die Biomechanik der Läufer, ihr Können, ihre Form, ihre Ziele, ihre Erfahrung und ihr Gewicht bestimmen den perfekten Schuh innerhalb der Avenue.

Der ursprüngliche Verkaufspreis lag wie bei den meisten Schuhen bei rund 150,- €. Heute jedoch, ein Jahr später, bekommt Ihr den Schuh bereits für 69,- €. Meiner Meinung nach eine absolut zu empfehlende Investition in einen soliden und vor allem stabilen Laufschuh mit ausgereifter Sohlentechnologie.

Ich wünsche Euch eine erfolgreiche Laufsaison und allzeit gute Läufe!

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