2. Vitality NorthLondonHalf Marathon – The greatest finish line in the world (21,1 km/HM)

Am vergangenen Wochenende (20. März 2016) stand erneut ein Lauf der britischen Vitality Run Series auf dem Programm. Nach dem Vitality British 10k London Run im Juli des vergangenen Jahres fand nun der 2. Vitality NorthLondonHalf Marathon im Norden Londons, in Wembley, statt.

Da die Flugverbindungen verhältnismäßig günstig und die Auswahl an Flügen sehr groß ist, bietet sich der Trip als guter Ausgleich, mal was Neues zu sehen, durchaus an. Mit British Airways flog ich so am Samstagnachmittag nach London. Weiter ging es mit der Tube nach Wembley, wo ich in nur rund eineinhalb Kilometer zum Stadion entfernt eine sehr saubere und gepflegte Unterkunft, das Thurlow Gardens Guest House, aufgetan hatte. Am Abend stattete ich noch dem örtlichen Tesco einen Besuch ab und dann ging es auch schon ins Bett, um für den nächsten Morgen ausgeschlafen gewappnet zu sein.

Ab 7:30 Uhr ist das Race Village bereits geöffnet. Da ich mich überhaupt nicht auskenne, stehe ich dort bereits sehr früh auf der Matte. Das Race Village befindet sich direkt vor dem Wembley Stadion. Hier befindet sich auch die Startnummernausgabe für die „Overseas Participants“ sowie die diversen Stände und Zelte der vielen charitativen Einrichtungen, für die man bei diesem Lauf starten kann.

Ich nutze die Zeit, um mir alles anzuschauen und gegen 8:40 Uhr bringe ich meine Tasche zum „Baggage Claim“, der sehr gut organisiert ist. Danach heißt es schnell einlaufen und vor allem warm laufen. Der Wind ist eisig und zieht auf der Freifläche vor dem Stadion gnadenlos seine Bahnen. Die Toiletten sind hoffnungslos überfüllt und auch bei den einschlägigen Café-Shops wie Costa oder Starbucks stehen die Leute Schlange. Aber was erwartet man bei knapp 7.000 Startern.

Der Start ist in Startblöcken organisiert, wobei man sich hier dennoch nach Lust und Laune einsortieren kann, da die verteilten Startnummern nicht wie beim eDreams Mitja Marató de Bacelona nach geschätzter Laufzeit farblich unterschiedlich gekennzeichnet sind. Ich sortiere mich bei 1:45 bis 2:00 Stunden ein und begebe mich in den Windschatten der Massen.

Kontrolliert werden wir an den Start herangeführt. Punkt 9:00 Uhr fällt der Startschuss. Den Startschuss gibt die britische, auf 400-Meter-Hürdenlauf spezialisierte Sprint-Sensation Perri Shakes-Drayton. Der Start erfolgt jedoch entgegen der Erwartung im „Safety-Car-Modus“. Keine Ahnung warum, aber direkt hinter der Induktionsmatte ist erst einmal Stau. Also zögern wir das Überlaufen der Matte hinaus. 10 Sekunden safe, die wir nicht verschenkt haben.

6.814 Läufer starten von der Bridge Road, in direkter Nachbarschaft zum Wembley Stadion, aus auf die 21,1 km (13,1 Meilen) lange Route durch die Londoner Stadtteile Wembley, Brent, Colindale und Barnet. Die Strecke führt dabei vornehmlich durch Wohnviertel und entlang kleinerer Gewerbegebiete. Ab Kilometer 3 bis 11 läuft man die gleiche Strecke hin, wie später zurück. Ab Kilometer 8 kommen uns auf dem Graham Park Way, kurz hinter dem Royal Airforce Museum die ersten Läufer wieder entgegen, die wir mit Applaus für ihrem weiteren Weg begrüßen. Auf halben Weg erreichen wir das Allianz Park Stadion, das die Heimstätte des Saracens Rugby Clubs ist. Hier durchlaufen wir eine Runde durch das Stadion, um uns dann wieder auf den Rückweg nach Wembley zu machen.

Die Straßen sind allesamt abgesperrt, so dass wir ohne auf den Verkehr zu achten, unsere Kilometer runterlaufen können. Wer glaubt, des handelt sich um einen flachen und schnellen Kurs, der wird enttäuscht. Regelmäßig geht es ordentlich bergauf und genauso auch wieder bergab. Ein Hügel folgt dem nächsten Hügel. Besonders werden die letzten Kraftreserven bei Kilometer 18 gefordert. In Höhe der Salmon Street am Rande des Fryent Country Parks geht es noch einmal mächtig nach oben. Viele der Mitläufer laufen hier nicht mehr sondern gehen den Hügel hinauf.

Mir geht es erstaunlich gut und ich ziehe durch. Vielleicht liegt das auch an den vier Lucozade Sport-Flaschen, die ich an den diversen Wasserstellen abgegriffen habe. Ich frage mich immer, ob diese isotonischen Getränke wirklich etwas bewirken, außer vielleicht übertrieben süß zu schmecken. Aber gut, wenn es den Berg hinauf hilft, soll es so sein.

Die letzten 3 km sehen wir dann bereits den gigantischen Bogen des Wembley-Stadions vor uns liegen. Dies beflügelt noch einmal die letzten Reserven. „Go for it, it’s all downhill from here…honest it really is“ ruft jemand ins Feld. Und es ist tatsächlich so. Ab jetzt geht’s nur noch bergab.

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Über den Olympic Way laufen wir direkt auf das Stadion zu und erreichen durch das Osttor den riesigen, 90.000 Zuschauer fassenden Innenraum des Stadions. Ein grandioser Blick auf die Ränge und man kann sich lebhaft vorstellen, was hier los ist, wenn das Stadion voll ist.

Josphat Kemei erreicht bereits in einer Zeit von 1:02:41 die Ziellinie. Barnaba Kipkoech, sein Teamkollege, kommt mit einer Zeit von 1:04:29 ins Ziel und Rowan Preece vom Taunton Leichtathletik-Club durchläuft nach 13,1 Meilen mit 1:10:34 als Dritter das Ziel.

Bei den Damen gewinnt Damaris Areba (1.14.14), gefolgt von Teresiah Omosa (1.14.48) und Rika Shintaku (1.15.17).

Ich erreiche mit einer neuen Bestzeit von 1:41:28 (- 3:49 min.) „the greatest finish line in the world“. Von 6.798 Finishern belege ich damit einen für mich sensationellen 1.105. Platz. In der AK-Wertung lande ich auf Platz 125 (531) und bei der Geschlechterwertung auf Platz 996 (4.160).

Ich fühle mich top und beginne nach dem Zieleinlauf erst einmal mit einer kleinen Fotosession. Wann hat man schon einmal die Möglichkeit im Wembley-Stadion einzulaufen. Wir saugen alle den großen Moment in uns auf. Vitality hat sogar einen ganzen Block nur zu Fotozwecken eingerichtet. Nach Erhalt der Medaille und dem ersten Wasser nach dem Finish geht es in die Katakomben, wo uns eine Kapelle empfängt. Hier gibt es reichhaltig Obst, Wasser und wieder die zuckrigen Lucozade-Getränke, ferner eine Tüte mit Energieriegeln, ein Finisher-T-Shirt und Umhänge gegen die Kälte. Wirklich well prepared verlasse ich das Stadion und gehe zum Baggage Claim, wo ich meine Sachen abhole.

Bereits am frühen Nachmittag geht es dann ab London-Heathrow wieder zurück in die Heimat.

Die Läufe der Vitality Run Series sind extrem gut vorbereitet und bereits im Vorfeld wird man via Email, Facebook und alle übrigen Social Media sehr gut über den jeweiligen Lauf informiert.

Wer jetzt mehr über diesen speziellen Halbmarathon wissen möchte, kann sich auf der Seite der Vitality Run Series oder unter diesem Link informieren. Eine Pre-Register-Möglichkeit für 2017 ist bereits freigeschaltet.

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6 Gedanken zu “2. Vitality NorthLondonHalf Marathon – The greatest finish line in the world (21,1 km/HM)

  1. Hi Mathias, super Bericht. ich möchte den Halbmarathon in Nord London gerne 2018 laufen. Hast du evtl. ein paar Tips was Flug; Hotel usw. angeht. Wäre dir da echt dankbar. Ich glaube wir wohnen nicht weit auseinander, ich wohne in Rheda- Wiedenbrück. Vielen Dank im voraus und viele Grüße Detlef

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    1. Hi Detlef, danke für Deinen Kommentar. Also was den Flug angeht, fliege ich immer ab DUS mit British Airways. Die Tickets sind sehr günstig zu bekommen. Derzeit habe ich eines für 85,- € return bekommen. Ich fliege nur mit Handgepäck, also schnell rein, schnell raus und keine Zusatzkosten. Also B&B kann ich Dir das Thurlow Gardens Guest House empfehlen. Klick im Artikel auf den Namen, da ist ein Link hinterlegt. Am besten buchen auf Booking.com. Liegt nur 1,5 km vom Stadion entfernt. Da bist du in 15 Minuten zu Fuß. Bei Fragen, einfach fragen ;-).

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