Check: On Cloud X – Swiss Engineering bietet einzigartiges Performance-Design für ein tolles Laufgefühl (SP)

Laufschuhtechnisch hatte ich mal Lust auf was ganz Neues. Auf etwas, was sich von allem bisher da gewesenen völlig unterscheidet. Betrachtet man die Sohle der On-Schuhe, ist der On Cloud X so ein Schuh. Dankenswerter Weise konnte ich in den letzten Wochen diesen Schuh ausführlich testen.

Knapp 12 Wochen hat der Test nun gedauert. Ein Laufschuh, der in vielerlei Hinsicht anders ist, als alles, was bisher bei mir im Schuhregal Platz gefunden hat. Aber dazu jetzt mehr.

Das On Cloud-Material

Das erste Auspacken war schon überraschend. Ich hatte den Eindruck, dass an dem Schuh kaum etwas dran war. Alles sehr filigran, sehr dünnes Material, sehr minimalistisch ausgeprägter Fersenbereich und eine Sohle, die mich an Aero-Schokolade erinnerte. Aber genau das Erscheinungsbild des sehr hochwertig daherkommenden Laufschuhs zeichnet ihn eben aus. Mit gerade einmal rund 250 Gramm je Schuh (Größe 47,5) ist der Cloud X einer der leichtesten Laufschuhe überhaupt, die es auf dem Markt gibt.

Erreicht wird dieses Leichtgewicht durch das Obermaterial und die Sohlenarchitektur. Der Oberschuh des Cloud X besteht aus hochqualitativem, speziell entwickeltem Feingewebe, das äußerst stabil ist. Der Schuh ist leicht und an den kritischen Stellen atmungsaktiv. Der gesamte Fußinnenraum ist dabei nahezu nahtfrei, so dass nichts scheuert und das Material wie eine dünne Socke den Fuß umschließt.

Die On CloudTec®-Dämpfung

Für mich jedoch war jedoch die Sohlenarchitektur, hergestellt aus sogenanntem Zero-Gravity-Schaum, der wahre Hingucker. Habe ich doch im Schrank reichlich Laufschuhe, die allesamt über eine zumindest wuchtig wirkende Laufsohle verfügen, besticht der Cloud X durch seine 16 hohlförmigen 3D-Sohlenelemente, die wie einzelne Kissen zu 8 Paaren angeordnet sind. On bezeichnet dies als CloudTec®-Technologie.

Im Unterschied zu den eben traditionellen Laufschuhen wird mit dieser Sohlenarchitektur Beweglichkeit in alle Richtungen gewährleistet. Während sich die Kissen in der Aufprallphase (vertikal) des Fußes zusammenpressen, so eine geschlossene Sohlenfläche gewährleisten und damit den Fuß dämpfen, entwickeln sie gleichzeitig in der Vorwärtsbewegung (horizontal), durch das neuerliche Ausdehnen Energie und damit einen deutlich stärkeren Vorwärtsimpuls. Insgesamt wird durch die Kissenarchitektur der Sohle der Fuß ordentlich gedämpft und die muskuläre Belastung deutlich reduziert.

Bei derartiger Flexibilität der Sohle hätte ich jetzt mit einem etwas schwammigen Laufgefühl gerechnet. Dies kann ich aber gerade nicht bestätigen. Der Schuh liegt auf der Straße wie ein Brett. Man landet stabil und schwammig ist hier überhaupt nichts. Ganz im Gegenteil wirkt der Laufschuh in seinen Laufeigenschaften eher sehr direkt, was ich bisher nur von wenig gedämpften Laufschuhen kannte.

Der Fersenbereich ist, wie bereits angedeutet, bewusst minimalistisch gehalten und überzeugt zugleich mit präzise geformten Dämpfungskissen, die im Übergang von Sohle zu Ferse eingearbeitet sind. Dies sorgt für Stabilität und Vermeidung von Überlastungen beim Aufprall und hilft dabei etwaige Problemen mit der Achillessehne zu verhindern.

Die On Cloud-Passform

Wie oben schon einmal beschrieben, umschließt das relativ dünne und zugleich atmungsaktive Mesh-Gewebe den Fuß wie eine Socke. Auch das erste Anziehen des Schuhs war direkt angenehm. Der Fuß hat ausreichend Platz, die Zehenkammer ist ausreichend großzügig bemessen und die Innensohle weißt im vorderen Bereich Belüftungslöcher auf. Ab der Mitte des Fußes teilt sie sich in zwei Zonen auf, wobei die Fußränder hier durch einen profilierten Dämpfungsbereich, der sich auch durch den Fersenbereich zieht, zusätzlich stabilisiert und geschützt werden.

Die Zunge des Schuhs ist extrem dünn und zudem nahtlos konzipiert. Sie liegt leicht und durch die Schnürbänder sicher fixiert auf dem Fußspann auf. Für meinen Geschmack hätte die Fixierlasche für die Schnürsenkel ein wenig tiefer sitzen können. Bei mir lagen insbesondere die oberen drei Abschnitte des Schnürsenkels so nah beieinander, dass ich aufpassen musste, nicht zu fest zu schnüren. Bei dem On kann man aber durchaus locker schnüren, weil der Schuh auch bei entspannter Schnürung wie angegossen sitzt.

Insgesamt lässt sich der Schuh sehr gut fixieren. Dies erfordert zudem auch keine strenge Schnürung. Was ich als äußerst positiv empfand war, dass man während des Laufes nicht nachschnüren musste. Einmal gut fixiert, blieben die Schnürsenkel, die zudem recht flach und dünn sind, in Position.

Das On Cloud-Laufgefühl

Da ich immer mal wieder Schwierigkeiten mit der Achillessehne habe, war ich natürlich gespannt, wie ich mit dem On Cloud X zurechtkomme, zumal er ja, wie beschrieben, recht minimalistisch daherkommt und nicht gerade wie ein Dämpfungswunder wirkt.

Die Dämpfung war nun tatsächlich nicht so weich, wie ich das aufgrund der Sohlenkissen gedacht hatte, aber auch nicht so schwammig, wie man dies bei einer derartigen Kissenstruktur hätte erwarten können. Alles in allem erinnerte mich die Dämpfung sehr an den New Balance M890 v4, den ich vor Jahren getragen und getestet hatte. Auch er verfügte, zumindest in Ansätzen, über eine derartige kissenähnliche Sohlenstruktur und war für meine Füße ein echter Idealschuh.

Auch mit dem On Cloud X kam ich super zurecht. Der Schuh ist leicht, genau richtig gedämpft und sehr gut belüftet. Der Schuh eignet sich sowohl für kurze Sprintstrecken als auch für den langen Lauf. Die Agilität des Laufschuhs gefällt mir dabei sehr gut. Schnelle Richtungswechsel sind kein Problem, der Laufschuh bietet genügend Halt. Der Schuh liegt auf der Straße wie ein Brett. Ich habe diesen auf den diversesten Untergründen getestet. Auch auf Schotter ist er gut zu tragen. Die im Netz beschriebenen Probleme mit Steinen in den Sohlenrillen kann ich nicht bestätigen.

Die On Cloud-Adressaten

Aber wer ist nun der richtige Adressat eines On Cloud X-Laufschuhs? Exakt auf diese Frage gibt es keine eindeutige Antwort. Denn geht es nach den Entwicklern von On, richtet sich der Schuh eben nicht nur an die klassischen Läufer, sondern an eine Vielzahl von Athleten und Sportlern, die über flexible „Workout-Programme“ verfügen, sich nicht nur einer Sportart verschrieben haben und dazu den passenden Schuhbegleiter suchen.

Olivier Bernhard, sechsfacher Ironman-Sieger, ehemaliger Duathlon Weltmeister und Gründer von On, beschreibt es so:

„Leistung, Beweglichkeit, Sprünge, Sprints, Abwechslung – das ist der neue Cloud X. Wir wollten den leichtesten, vollgedämpften Laufschuh entwickeln, den man je gesehen hat – beim Laufen, beim Crossfit, überall.“

On konnte mit dem Cloud X bereits kurz nach dem Launching den begehrten ISPO Award einheimsen, und dies in der Kategorie „Indoor Training“. Dies bestätigt den breiten Einsatzbereich des Cloud X.

Das On Cloud-Fazit

Aus meiner Sicht haben die Schweizer mit dem On Cloud X ein wirkliches Multitalent auf den Markt gebracht. Nicht nur Urban Running, also auf der klassischen Straße, ist möglich, sondern auch der Lauf auf Schotter, im Wald oder am Strand.

Das Obermaterial ist robust und langlebig und nach 12 Wochen Test in den unterschiedlichsten Einsätzen sieht mein On immer noch wie neu aus.

Der Sitz des Schuhs ist top, das Material angenehm atmungsaktiv. Luftzirkulation, insbesondere in den Sommermonaten, ist somit gewährleistet. Ein Einfrieren der Füße im Winter ist ebenfalls nicht zu erwarten, da das Material so konzipiert ist, dass hier ausreichend Schutz besteht.

Die Schnürsenkel, Schwachpunkt vieler Schuhe, sind beim On Cloud X flach und dünn und fixieren sich ineinander, wenn sie geschnürt sind. Ein Nachbinden während des Laufs oder gar ein Neubinden durch das vergessene Doppelschleifenbinden erübrigt sich. Mein Kritikpunkt erschöpft sich daher lediglich in der aus meiner Sicht zu hoch angebrachten Fixierlasche.

Das Fußbett ist durch die Zwei-Zonen-Einlegesohle insbesondere durch die Randdämpfung ausreichend gepolstert und zudem im Vorderfußbereich durch entsprechende Lüftungslöcher gut belüftet. Blasenbildung durch Schweiß und Reibung wird vermieden. Im Bereich der Ferse ziehen sich die beschriebenen Dämpfungskissen der Einlegesohle ebenfalls herum, die der Ferse zusätzlichen Halt bieten und ein Rutschen der Ferse effektiv verhindern.

Aus Sicherheitsgesichtspunkten zu erwähnen sind die Reflektoren auf den Seiten des Laufschuhs, auf dem Vorderfuß und an der Ferse. Diese erhöhen die Sichtbarkeit beim Laufen im Dunkeln.

Swiss Engineering bietet somit einen rundum gelungenen Laufschuh, der nicht nur ausreichend Stabilität bietet, sondern auch genug Agilität. Dies gefördert durch eine recht niedrige Ferse und eine flexible Sohle. Die CloudTec®-Dämpfung ist für meine Verhältnisse optimal und für Laufstrecken mittlerer bis langer Distanz absolut geeignet.

Ich habe den Schuh in Größe 47,5 getestet. Meine Schuhgröße ist normal 46. Das ist aber bei Laufschuhen eine allseits bekannte Problematik, dass sie kleiner ausfallen. Insofern immer eineinhalb Nummern größer Kaufen.

Viel Spaß im Sommer und allzeit gute Läufe!

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