Werbung. Der Hersteller hat mir das Produkt für diesen Testbericht auf meine Anfrage hin zur Verfügung gestellt. Dies hatte keinen Einfluss auf den Inhalt meines Testberichts. Der Beitrag ist frei verfasst und gibt ausschließlich meine persönlichen Erfahrungen und Einschätzungen wieder.
Manchmal sieht man sich zweimal – oder besser gesagt: Manchmal hört man sich zweimal.
Vor gut vier Jahren hatte ich mit den MiiBUDS ACTION II erstmals Kopfhörer des dänischen Herstellers MIIEGO® auf den Ohren. Damals war die Marke für mich noch völliges Neuland. Das Ergebnis meines Tests fiel allerdings ziemlich eindeutig aus: Die kleinen Dänen konnten mich überzeugen. Satter Klang, ein richtig guter Sitz beim Laufen und ein durchdachtes Ladecase sorgten dafür, dass ich am Ende eine klare Kaufempfehlung aussprach.
Vier Jahre später ist MIIEGO® für mich also kein unbeschriebenes Blatt mehr.
Und nun liegt mit den MiiBUDS ACTIVE GO die aktuelle Generation vor mir. Zeit für die Frage: Was hat sich getan? Können die Neuen an den guten Eindruck ihrer Vorgänger anknüpfen? Und ist tatsächlich alles besser geworden? Nun ja. Fast alles.
Alter Bekannter in neuer Verpackung
Das grundsätzliche Konzept hat MIIEGO® erfreulicherweise nicht über Bord geworfen. Warum sollte man auch etwas ändern, was sich bewährt hat?
Die MiiBUDS ACTIVE GO sind True-Wireless-In-Ear-Kopfhörer, die speziell für Sport und Bewegung entwickelt wurden. Flexible Ohrbügel werden hinter dem Ohr entlanggeführt und sollen dafür sorgen, dass die Kopfhörer auch dort bleiben, wo sie hingehören.






Wer regelmäßig läuft, kennt schließlich das Problem: Es gibt wenig Nervigeres als Kopfhörer, die sich bei jedem zweiten Schritt langsam aus dem Ohr verabschieden. Spätestens wenn Schweiß dazukommt, beginnt bei so manchem In-Ear das große Rutschen. Nicht so bei den MiiBUDS.
Allerdings muss man sie dafür erst einmal an die Ohren bekommen.
Erst ein wenig frickeln – dann sitzen sie bombenfest
So überzeugend der Sitz der MiiBUDS ACTIVE GO beim Laufen ist, so ganz intuitiv gestaltet sich das Anlegen zumindest am Anfang nicht. Das beginnt bereits beim Herausnehmen aus der Ladebox. Denn der Kopfhörer, der rechts in der Box liegt, gehört ans linke Ohr – und umgekehrt. Das muss man erst einmal verinnerlichen.
Auch beim Einsetzen braucht es ein wenig Übung. Intuitiv möchte man die Ohrbügel ziemlich gerade hinter die Ohren hängen. Tatsächlich sitzen die MiiBUDS aber nicht nur besser sondern richtig, wenn sie leicht schräg eingesetzt werden.
Hat man den Dreh erst einmal raus, geht das Ganze schnell von der Hand. Und vor allem weiß man anschließend auch, warum die Konstruktion so gewählt wurde. Denn die MiiBUDS sitzen bombenfest!
Bei meinen Läufen hatte ich zu keiner Zeit das Gefühl, einen der beiden Kopfhörer verlieren zu können. Gleichzeitig erkaufen sich die ACTIVE GO diesen sicheren Sitz erfreulicherweise nicht durch unangenehmen Druck. Weder der Hörer selbst noch der Bügel drücken störend in oder an der Ohrmuschel.
Fest genug, dass beim Laufen nichts wackelt – bequem genug für längere Einheiten. Das etwas frickelige Anlegen nehme ich dafür gerne in Kauf.
Design meets Function – aber wo ist denn das Kabel hin?
Schon bei den ACTION II hatte mich das Ladecase überzeugt. Auch die ACTIVE GO kommen wieder in einer soliden Box daher, in der die Kopfhörer sicher verstaut und gleichzeitig geladen werden. Allerdings musste ich beim Auspacken dann doch ein wenig suchen.
Denn bei den ACTION II gab es ein kleines Detail, das ich damals ausdrücklich gelobt hatte. Das USB-C-Ladekabel war clever im Boden des Ladecases versteckt. Kein separates Kabel, das irgendwo in der Tasche herumfliegt. Es war einfach immer dabei und zudem noch fest verstaut.
Bei den ACTIVE GO gehört zwar weiterhin ein USB-C-Kabel zum Lieferumfang – nur leider hat es seinen festen Parkplatz im Boden des Cases verloren – das ist Schade!
Natürlich findet sich heutzutage fast überall ein USB-C-Kabel. Trotzdem war die integrierte Aufbewahrung eines dieser kleinen Details, die gerade auf Reisen oder bei Wettkämpfen ausgesprochen praktisch waren.
MIIEGO®, Ihr werdet ja mitlesen – Das darf beim nächsten Modell gerne wiederkommen!
Erst einmal die Lupe holen
Einen zweiten kleinen Kritikpunkt gibt es bereits vor dem ersten Lauf. Die mitgelieferte Kurzanleitung ist zwar kompakt – vielleicht aber ein bisschen zu kompakt. Genauer gesagt – die Schrift ist schon ausgesprochen klein geraten.
Wer nicht gerade mit Adleraugen gesegnet ist, dürfte beim ersten Studium entweder für sehr gute Lichtverhältnisse sorgen oder die Lesebrille bemühen müssen.
Natürlich lässt sich die Anleitung auch digital abrufen. Trotzdem sollte eine mitgelieferte Bedienungsanleitung aus meiner Sicht ohne größere akrobatische Übungen vor den Augen lesbar sein. Ein Drama ist das allerdings nicht. Aber ich will hier ja schließlich nicht nur lobhudeln.
Auf die Ohren!
Kommen wir zum Wesentlichen. Wie klingen die ACTIVE GO? Kurz gesagt: Richtig gut!
Der Klang ist angenehm und für meinen Geschmack gerade beim Laufen sehr ausgewogen. Bässe sind vorhanden und verleihen der Musik den nötigen Druck, ohne übermäßig dominant zu werden.







Wer erwartet, dass einem bei jedem Bassschlag das Trommelfell entgegenkommt, ist hier vermutlich an der falschen Adresse. Ich empfinde gerade das als angenehm. Der Ton wirkt insgesamt ein wenig gedämpft. Die Höhen kommen nicht schrill oder „schräpig“ daher und nerven auch bei längeren Läufen nicht.
Das Klangbild drängt sich nicht in den Vordergrund, sondern begleitet einen. Und genau das möchte ich beim Laufen. Musik soll motivieren, einen Rhythmus vorgeben und vielleicht auch mal für Ablenkung sorgen. Entscheidend ist für mich, dass der Klang auch nach einer Stunde noch angenehm ist. Das schaffen die ACTIVE GO ausgesprochen gut.
Drücken ausdrücklich erwünscht
Auch bei der Bedienung machen es einem die MiiBUDS erfreulich einfach.
An beiden Kopfhörern befindet sich ein großer Hauptbutton. Darüber werden die ACTIVE GO ein- und ausgeschaltet, was sie mit einem gesprochenen „Power on“ beziehungsweise „Power off“ quittieren. Über die Buttons erfolgt außerdem das Pairing mit dem jeweiligen Mobile Device.
Besonders praktisch finde ich die Lautstärkeregelung. An beiden Kopfhörern lässt sich die Lautstärke verändern – und zwar jeweils für beide Hörer. Egal ob ich mit links oder rechts zum Ohr greife – die Lautstärke lässt sich von beiden Seiten aus regeln. Damit ist es auch völlig egal, ob man Links- oder Rechtshänder ist. Gerade beim Laufen ist das praktisch. Einfach hingreifen, Lautstärke anpassen und weiterlaufen. So sollte es sein.
Akku? Welcher Akku?
Bei der Akkulaufzeit könnte ich natürlich mit den Herstellerangaben um mich werfen. Bis zu 12 Stunden Wiedergabe mit den Kopfhörern und in Verbindung mit dem Ladecase bis zu 100 Stunden Gesamtlaufzeit verspricht MIIEGO®.
Viel interessanter ist aber: Wie sieht das Ganze in der Praxis aus? Meine Antwort nach diversen Laufeinheiten: Gefühlt ist der Akku nicht totzukriegen.
Über erstaunlich lange Zeit zeigte mir der Akkustand immer irgendetwas jenseits der 90-Prozent-Marke an. Irgendwann habe ich mich tatsächlich gefragt, wann sich da überhaupt einmal etwas tut.
Natürlich tat sich irgendwann etwas. Auch MIIEGO® hat das Perpetuum mobile noch nicht erfunden. Aber es dauerte wirklich eine ganze Reihe von Laufeinheiten, bis der Ladestand spürbar nach unten ging. Dabei spielt natürlich das Ladecase eine entscheidende Rolle. Nach dem Lauf wandern die Kopfhörer zurück in die Box und werden automatisch wieder aufgeladen. Beim nächsten Einsatz nimmt man sie also erneut mit ordentlich Saft heraus.
Dadurch hat man im Alltag tatsächlich das Gefühl, dauerhaft genügend Power auf den Ohren zu haben.
„Hallo? Ich bin gerade beim Laufen!“
Und ja – Telefonieren kann man mit den ACTIVE GO natürlich auch.
Das funktioniert erfreulich problemlos. Besonders positiv ist mir aufgefallen, wie sorgfältig störende Umgebungsgeräusche herausgefiltert werden. Die Sprachübertragung funktioniert sauber und ein Telefonat lässt sich ohne Probleme führen.
Technisch also: Daumen hoch.
Ob ich diesen Service allerdings ausgerechnet beim Laufen benötige, steht auf einem anderen Blatt. Für mich ist eine Laufrunde eher die Gelegenheit, nicht ständig erreichbar sein zu müssen. Aber wer beim Training erreichbar sein muss oder möchte, kann das mit den ACTIVE GO jedenfalls problemlos tun.







Für Schweiß und Sauwetter gemacht
Auch beim Wetterschutz haben die ACTIVE GO gegenüber ihren Vorgängern noch einmal zugelegt. Die ACTION II waren nach IPX6 zertifiziert, die ACTIVE GO sind nun IPX7-zertifiziert. Regen, Schweiß und ungemütliches Laufwetter sollten ihnen damit erst recht nichts anhaben können.
Das passt zu Kopfhörern, die ausdrücklich für Sport und einen aktiven Lebensstil entwickelt wurden. Zum Lieferumfang gehören außerdem Silikonaufsätze in verschiedenen Größen sowie Memory-Foam-Ohrstöpsel. Damit lässt sich die Passform individuell anpassen.
Denn ein guter Klang beginnt bei In-Ears eben nicht erst bei der Elektronik, sondern bereits beim richtigen Sitz im Ohr.
Jetzt gibt’s auch eine App dazu
Zum Gesamtpaket gehört außerdem die MIIEGO-App für iOS und Android. Über sie lässt sich der Klang per Equalizer an die persönlichen Vorlieben anpassen. Außerdem können Firmware-Updates aufgespielt werden. Das gefällt mir.
Denn Geschmäcker sind gerade beim Sound verschieden. Während der eine kräftigere Bässe möchte, bevorzugt der andere einen neutraleren Klang. Statt sich mit der Werkseinstellung zufriedenzugeben, kann man hier selbst Hand anlegen.
Die Verbindung zum Smartphone erfolgt mittlerweile über Bluetooth 5.4. Aber auch hier gilt für mich: Am Ende zählen beim Laufen weniger Versionsnummern als die Frage, ob die Verbindung funktioniert. Und das tut sie.
Fazit – Evolution statt Revolution
Vier Jahre nach meinem ersten Test bleibt MIIEGO® seinem Konzept erfreulich treu. Und das ist auch gut so.
Die MiiBUDS ACTIVE GO versuchen nicht, das Rad neu zu erfinden. Stattdessen wurde ein bereits überzeugendes Konzept an entscheidenden Stellen weiterentwickelt: längere Akkulaufzeit, IPX7, aktueller Bluetooth-Standard und die Möglichkeit, den Klang über die App individuell anzupassen.







Viel wichtiger ist für mich aber die Praxis.
Die MiiBUDS sitzen bombenfest, ohne unangenehm in der Ohrmuschel zu drücken. Dazu liefern sie einen ausgewogenen Klang, der auch bei längeren Läufen nicht nervt. Die Bässe sind präsent, ohne alles andere zu erschlagen, und gerade der etwas gedämpfte, nicht schrille Klang gefällt mir beim Laufen ausgesprochen gut.
Ganz ohne Kritik kommen die ACTIVE GO trotzdem nicht davon.
Das Anlegen ist zunächst etwas frickelig und die spiegelverkehrte Anordnung der Hörer in der Ladebox gewöhnungsbedürftig. Die Bedienungsanleitung hätte gerne etwas augenfreundlicher ausfallen dürfen. Und den genialen festen Platz für das Ladekabel im Boden des Cases vermisse ich tatsächlich. Fortschritt bedeutet eben nicht zwangsläufig, dass jede alte Idee verschwinden muss.
Das ändert aber nichts am Gesamteindruck.
Die MiiBUDS ACTIVE GO sind für mich richtig gue Laufkopfhörer. Nicht weil sie mit spektakulären Effekten auf sich aufmerksam machen, sondern weil sie beim Laufen genau das tun, was gute Sportkopfhörer tun sollten:
Sie sitzen, sie klingen gut – und irgendwann denkt man gar nicht mehr darüber nach, dass man sie trägt.
Und vermutlich ist genau das das größte Kompliment, das man einem Laufkopfhörer machen kann. Vier Jahre später gibt’s also wieder ordentlich was auf die Ohren. Und die kleinen Dänen? Die dürfen mich auch weiterhin beim Laufen begleiten.
Just try it. Ready – Set – MIIEGO® – Allzeit gute Läufe.