6. Bönener Lauf am Förderturm – Gebremster Saisonauftakt in doch akzeptabler Zeit (5 km)

In diesem Jahr hatte ich meinen Saisonauftakt nach Bönen verlegt, nachdem ich bisher – zumindest war es vor Corona so – immer in Haltern beim Lauf um den Halterner Stausee die Saison begonnen hatte.

Morgens um 10 Uhr sollte es am Sonntag losgehen. Zuerst war es noch stark bewölkt und es regnete auch leicht. Auf dem Weg zum Förderturm, wo ich meine Startnummer abholen wollte, rief plötzlich jemand um Hilfe.

Der Laufmoderator hing an seinem Zelt, darunter sein technisches Equipment, und lieferte sich einen Kampf mit dem Wind, der sich im Zelt verfangen hatte. Also schnell hin und das Zelt mit vereinten Kräften gesichert.

Die Startnummer war schnell abgeholt, so dass ich mir den Förderturm noch von innen beschauen konnte. Alles wirkte noch, als sei gestern erst die letzte Lore gefördert worden. Der Kohleduft war allgegenwertig.

Um 10 Uhr sammelten sich die 61 Teilnehmer dann an der Startlinie, um den Lauf zu beginnen. Wir starteten und verließen das Gelände der Zeche und bogen auf die Zechenstraße nach links ein. Es folgten noch zwei, drei Häuser und dann bogen wir nach rechts in den Schwarzen Weg ab. Hier befanden wir uns schnell zwischen den Feldern.

Nach dem ersten Kilometer kam die Bönener Kläranlage in den Blick. Hier bogen wir nun rechts in den Rexebach-Weg, einem befestigten Schotterweg, ein. In der Ferne sah man den Förderturm und die Häuser von Bönen. Nach knapp 2 Kilometern bogen wir nun in die Straße Am Nordkamp ein, die uns wieder zum Schwarzen Weg führen sollte, den wir bei Kilometer 2,5 erreichten. Nun hatten wir eine Schleife gedreht und es ging wieder Richtung Kläranlage.

Strecke

An dieser angekommen, folgten wir der Straße nach links, dem Seseke Weg, der uns den gleichnamigen Bachlauf queren ließ. Von hier war es nun nicht weit bis zur Wendemarke bei rund Kilometer 3,5.

Bis hierhin lief alles prima. Ich hatte eine Zeit auf dem Tacho, die deutlich unter 5 Minuten lag und Reserven für den letzten Spurt waren auch genug da. Nach der engen Wende allerdings merkte ich ein Ziehen in der Wade und erinnerte mich an die Muskelfaserrisse, die ich in dieser Wade bereits hatte.

So nahm ich Tempo raus, um auf Nummer sicher zu gehen und nicht noch einen Muskelfaserriss zu provozieren. An einem Bauernhof machte ich dann sogar eine Pause und dehnte mich. Dann versuchte ich langsam weiterzulaufen, merkte aber schnell, das wird nichts mehr.

DNF, also „did not finish“, war auch keine Option, also ging es im zügigen Schritttempo die letzten eineinhalb Kilometer zurück Richtung Zielmarke. Leicht humpelnd, um die Wade zu entlasten, kam ich dann nach 28:44 Minuten im Ziel an. Ich erreichte von den 61 Teilnehmern Gesamtplatz 37, in der AK-Wertung Platz 5 (7) und in der Wertung der Männer Platz 31 (38).

Als ich meine Zeit sah, war ich schon ein wenig überrascht. Durch das Pausieren und das Schrittgehen hatte ich gut und gerne 5 Minuten verloren. Wäre hier sogar ein Ergebnis in der Nähe meiner Bestzeit möglich gewesen? Vermutlich ja.

Heute weiß ich, ich habe alles richtig gemacht. Meine Wade ist bereits wieder druck- und schmerzfrei, ich nutze meine Faszienrolle, was eher Qual ist, als schön und freue mich, nicht schon im ersten Lauf eine mindestens 8-wöchige Pause durch falschen Ehrgeiz provoziert zu haben. Zurückstehen ist eben mehr Chance als Schmach.

Auf jeden Fall werde ich mir den Bönener Lauf am Förderturm merken, denn die Strecke ist sehr schön, einfach gestrickt, bietet gute Überholmöglichkeiten und ist aus meiner Sicht, trotz manchmal nicht optimaler Straßenverhältnisse und wechselndem Untergrund, durchaus bestzeitentauglich.

Über den Lauf könnt Ihr Euch auf der Website des Lauffreunde Bönen 1985 e.V. informieren. Neben dem 5 Kilometer-Lauf gibt es noch den klassischen 10er inklusive Walking sowie den Schülerlauf über 2 Kilometer. Im Gebäude des Förderturms ist für reichlich Versorgung gesorgt, so dass man auch gerne einmal das Wetter mit einer kleinen Besichtigung des Förderturms überbrücken kann.

Und nun Euch viel Erfolg im Jahr 2023 – allzeit gute Läufe und los geht’s!

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