2. Wings for Live World (App) Run – Ist das Catcher Car Dein wahrer Gegner? (10,5 km)

Auch in diesem Jahr mussten wir erneut unter den Eindrücken von COVID-19 laufen und das Beste draus machen. Nachdem ich im letzten Jahr noch alleine gelaufen bin und dies auf einer selbst erdachten 21,1 km langen Strecke, habe ich mich dieses Jahr für einen exakt 5 km langen Rundkurs entschieden, den der Lauftreff Lüdinghausen regelmäßig nutzt. Dies war auch gut so, wie sich sehr schnell zeigen sollte.

Die letzten Tage vor dem Lauf waren recht kühl, aber angenehm. Für mich optimales Laufwetter. Am 9. Mai sollte es aber nicht so sein und es wurde tatsächlich der erste richtige Sommertag – herzlichen Glückwunsch, genau das habe ich nicht gebraucht.

Die ausgewählte Strecke zieht sich durch die Bauerschaft Westrup. Sie beginnt an einer kleinen Bank mit Tisch und führt dann im Kreis bis zum Schwarzen Damm. Von da aus geht es wieder zurück zum Startpunkt. Exakt sind dies 5 km.

Mein Ziel war es, diese Runde 4-mal plus 1,1 km zu laufen und somit einen Halbmarathon, den ersten des Jahres, hinzulegen. Ich war gut in Form, aber dass dies nicht reichen sollte, zeigte mir das Wetter.

Nach dem Start um 13 Uhr lief noch alles glatt. Mit einer zügigen Geschwindigkeit von 5 min/km kam ich gut voran und der Wind war äußerst angenehm. Ich hatte mir ausgerechnet, dass ich unter 5:26 min/km bleiben musste, um nicht vom Catcher Car, welches 30 Minuten nach dem Start losfuhr, erwischt zu werden.

Strecke WfLWR

Nachdem ich aber die erste Runde, also 5 km, gelaufen hatte, brauchte ich schon ordentlich zu trinken. Die Sonne knallte erbarmungslos runter und das merkte ich deutlich. Die Temperatur lag mittlerweile bei rund 25 Grad – viel zu warm für mich.

Der Körper hatte sich noch nicht auf wärmere Temperaturen eingestellt. Wie gesagt, es war der erste richtig warme Tag und ich hatte noch keinerlei Akklimatisationsmöglichkeit. In der zweiten Runde baute ich dann stetig und unaufhaltsam ab.

Pace WfLWRNervlich war ich auch bedient. Irgendwie sah ich immer die gleichen Radfahrer, die scheinbar im Kreis fuhren – haben wir hier doch so viele schöne Wege. Zu dritt nebeneinander und erst im letzten Augenblick zur Seite fahren. Spaziergänger, die einen wahrnahmen, aber keine Anstalten machten, ihre Fünfermauer aufzubrechen? Ja, all das förderte nicht gerade mein Wohlbefinden.

Bei Kilometer 8 musste dann Plan B her. Wie komme ich aus der Nummer raus? Der Halbmarathon sollte sein – aber definitiv nicht in dieser Form und an diesem Tag. Zweimal fünf sind zehn, plus ein wenig mehr und ich könnte einen halben Halbmarathon laufen. Das klang gut. Ein neues Ziel war gesetzt und ich quälte mich weiter.

Zum Glück wurde ich durch die Läuferkollegen nicht überrundet. Wenigstens ein wenig Würde blieb mir noch. Dann näherte ich mich der virtuellen persönlichen Ziellinie. An unserer Bank stand das Wasser. Ich schnappte mir schon einmal eine Flasche und musste nun noch den letzten Kilometer und ein paar Meter schaffen. Kein Problem, das ging schnell. Genau nach 10,52 Kilometern drückte ich die Stopptaste und ich war erlöst.

Nun wanderte ich wieder zurück zu unserer Bank und legte mich dort in den Schatten. Lange war ich nicht allein. Ein weiterer Läufer, der sonst auf gut 30-40 km gebucht war, beendete ebenfalls – zu warm. Dann folgten in regelmäßigen Abständen die weiteren Läuferkollegen. Insgesamt war das also nicht unser Tag. Einer unserer Supporter hatte dann auch noch eine Kühltasche mit feinstem eiskalten alkoholfreiem Weizenbier dabei – ein Traum. Das entschädigte für so Manches.

10,52 Kilometer schaffte ich in einer Zeit von 1:02:02 Stunden. Na ja, nicht gut, aber auch nicht wirklich schlecht für die Zustände. Meinen Zeitpuffer hatte ich auf den ersten 5 Kilometern eingelaufen und konnte mir dann entspanntes Vorankommen leisten und dennoch eine halbwegs ordentliche Zeit einfahren.

Mit diesem Ergebnis erreichte ich unter den 134.690 weltweiten Startern Platz 75.818. Bei den Männern reichte es für Platz 51.886 (76.825) und in der Alterskategorie für Platz 5.372. Das Catcher Car war somit in diesem Jahr nun wirklich nicht mein Gegner – eingeholt hat es mich nicht!

Wie ging es weiter? Akklimatisation war auch in den kommenden Tagen nicht möglich, denn es wurde wieder kühler und zum Laufen angenehmer. Ich bin gespannt, wann die ersten Sommertage kommen, so dass man sich auf wärmere Temperaturen einstellen kann.

Im nächsten Jahr sind wir alle auf jeden Fall wieder dabei, beim Wings for Live World Run, dem Lauf,  bei dem sämtliche Startgelder und Spenden zu 100 % in die Rückenmarksforschung gehen und helfen, Querschnittlähmung zu heilen.

Ich wünsche Euch eine erfolgreiche Saison und allzeit gute Läufe!

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