Check: Salomon Speedcross 4 GTX – Die bissige Institution für den Trail in seiner 4. Auflage (SP)

In der Läuferszene gibt es ständig was Neues. Schuhe kommen, Schuhe gehen, Marken etablieren sich oder sind nur als Eintagsfliegen mal kurz da und dann wieder weg. Schön, wenn es etwas Beständiges gibt, das immer Gültigkeit hat. Der Salomon Speedcross 4 GTX, der nun in seiner 4. Auflage daherkommt, ist so ein Schuh. Nachdem ich bereits den Speedcross 3 CS testen konnte, ging es mit dem GTX nun so richtig in die Matsche und ins Wasser.

In der jüngsten Ausgabe des Trailmagazins wählten stolze 66 % den Salomon-Kultschuh als Trailbegleiter aus. Die nächst folgende Marke lag abgeschlagen bei 26 %. Das Ergebnis  ist durchaus nachvollziehbar, ist der Speedcross doch einer der beliebtesten und am vielseitigsten einsetzbaren Trailrunningschuhe überhaupt. Keine Experimente, setzen auf das Bewährte und dennoch immer ein bisschen besser werden. Dies charakterisiert diesen Schuh, eben eine Institution.

Beim ersten Vergleich, fällt kaum etwas Neues auf. Die bekannten Features, wie das Quciklace™-Schnellschnürsystem, die Schnürsenkeltasche, die Contagrip®-Sohle und vieles mehr, finden sich auch in der 4. Edition des Schuhs wieder. Erst bei genauerem Hinsehen, erkennt man doch die eine oder andere Veränderung.

Schaut man sich zum Beispiel die Sohle an, erkennt man, dass der Schuh über eine veränderte Stollenanordnung verfügt. Hatte die 3. Edition noch an den Seiten abgeschnittene Stollen, liefert die 4. Edition nunmehr „ganze“ Stollen. Dies sorgt für noch mehr Grip, da durch die neue Anordnung auch die Anzahl der Stollen erhöht wurde.

Im Gewichtstest fällt auf, dass der Schuh ganze 20 Gramm weniger wiegt. Den Speedcross 3 CS hatte ich noch mit 340 Gramm je Schuh gewogen. Jetzt werden lediglich noch 320 Gramm angezeigt.

Dritte Veränderung ist die Sprengung. Die 3. Edition lag noch bei 11 Millimeter. Aktuell werden 10 Millimeter aufgerufen, was uns ein klein wenig näher an den Boden bringt und den Lauf direkter macht.

Wie zu erwarten, überzeugt der Speedcross in der 4. Edition auch im Praxistest vollumfänglich. Das erste Anziehen funktioniert reibungslos. Alles sitzt wie eine zweite Haut, nichts drückt und mit dem Schnellschnürsystem wird der Schuh gleichmäßig fest an den Fuß gelegt und fixiert.

Der Grip des Schuhs ist sensationell. Beim Speedcross 3 CS hatte ich, auch durch den nach hinten verjüngenden Schnitt, manchmal den Eindruck, dass ich schlingere. Durch die Ausweitung der Stollen in der 4. Edition konnte ich den bisherigen Eindruck des schwammigen Laufens nicht mehr bestätigen. Weder auf Asphalt, noch auf weichem Waldboden oder matschigem Untergrund hatte ich das Gefühl der Instabilität. Die Stollen krallen sich förmlich in den Boden und geben auf gerader Strecke, aber auch in den Kurven, absolut sicheren Halt. Eben Laufen wie auf Schienen.

Die wasserdichte und atmungsaktive Gore-Tex Membran (GTX) des Schuhs musste ich natürlich vollends auf die Probe stellen. Als Fazit kann ich feststellen, dass man den Schuh ruhig ins Wasser stellen kann. Hier kommt nichts durch, alles bleibt dicht. Top ist auch, wie der Matsch förmlich vom Fuß herunterzufließen scheint. Vergleicht mal die Bilder zu meinem Test des Speedcross 3 CS. Hier war der Schuh versaut und dreckig. Den Speedcross 4 GTX brauchte ich nur ins Wasser stellen und alles war wieder sauber. Für die nasse Jahreszeit ein klarer Pluspunkt.

Für die wärmeren Tage sollte man aber Schuhe ohne GTX-Membran wählen, da die Durchlüftung da deutlich besser ist. Dieser Schuh ist eben nicht für die sonnigen Tage konzipiert. Jede Zeit braucht den passenden Schuh.

Auch ist dieser Schuh ist nichts für befestigte Laufstrecken, da sich das Profil hier sehr schnell abnutzt. Da teilt er die Eigenschaften anderer Trailrunningschuhe. Sein Metier sind Schotter, Waldwege, Bergpfade und alles was als Untergrund ein wenig schlüpfrig daherkommt.

Fazit – Insbesondere in der nassen Jahreszeit und auf entsprechenden Trails, ist der Speedcross 4 GTX ein absolut verlässlicher Partner. Aggressiver Grip durch das optimierte Stollendesign, präziser Halt des Fußes, top Verarbeitung und schlichtweg die Eigenschaften eines Klassikers, der behutsam und kontinuierlich immer wieder ein Stückchen besser zu werden scheint, zeichnen diesen Schuh aus.

Der  Preis von ursprünglich knapp 160,- € ist ordentlich, dafür gibt es aber auch ein Highend-Produkt, dass uns auf unseren Trails bestmöglich unterstützt und die Füße schützt. Billig ist vielfach teurer und Geiz nicht immer geil, wenn Du dir die Haxen brichst. Im Netz gibt es aber auch immer wieder Sales, wo man den Schuh auch für um die 100,- € erwerben kann. Auch hier gilt, wer suchet, der findet.

Als Ergänzung zu diesem Test empfehle ich Euch den Review des Salomon Speedcross 3 CS, in dem ich noch ein wenig mehr auf den Schuh und seine Komponenten eingegangen bin.

Und nun raus auf den Trail und allzeit gute Läufe!

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