Check: NIKE Air Zoom Pegasus 38 – Der Laufschuhklassiker im Test

Nach nunmehr 4 Jahren habe ich mich mal wieder an einen Klassiker gewagt – die 38igste Ausgabe des NIKE Air Zoom Pegasus. Im Jahr 2017 hatte ich den Pegasus 34 bereits testen dürfen und war von dem Schuh sehr angetan.

Ganze 38 Jahre hat dieser Laufschuh nun auf dem Buckel. 1983 designten Mike Parker, damals NIKE CEO, zusammen mit Bruce Kilgore, diesen Schuh mit dem Ziel, einen preiswerten Trainingsschuh für jeden Läufer zu entwerfen. Aber was bitte bedeutet die „1972“ an der Fußspitze des Schuhs? Denn 2021 minus 38 Jahre ergibt 1983. Die Zahlenverwirrung ist schnell behoben und hier kommt mal eben die Kurzgeschichte von NIKE.

NIKE wurde am 25. Januar 1964 als Blue Ribbon Sports gegründet. Damals handelte es sich lediglich um einen Schuhvertrieb für andere Marken. 1971 startete NIKE die eigene Schuherstellung und 1972 kam die erste eigene Schuhkollektion auf den Markt. 1983 folgte dann der Air Zoom Pegasus, der sich bis heute als treuer Laufbegleiter im Markt halten konnte.

Aber was ist nun an der 38. Edition des Air Zoom Pegasus anders?

Komfort und Passform

Auch diesmal sitzt der Schuh wie angegossen und das Obermaterial, das aus dem typischen, nahtlosen Flymesh-Stoff besteht, schmiegt sich wie eine Socke an den Fuß und passt sich diesem an. Trotz der breiteren Zehenbox sitzt der Schuh perfekt.

Auffallend ist die Wabenstruktur im Vorderfußbereich und den seitlichen Schäften. Hier hat NIKE seinen Focus auf Atmungsaktivität des Materials gelegt, wodurch ein Überhitzen des Fußes verhindert wird und während des Laufs ständige Kühlung und damit hoher Tragekomfort gewährleistet ist. Da ich sowieso eher der Typ bin, der kühlere Temperaturen bevorzugt, fand ich den regelmäßigen kühlen Luftzug an den Füßen sehr angenehm.

Beim kürzlich gelaufenen 7. Kopenhagen Halbmarathon waren meine Füße auch nach 21 Kilometern noch trocken. Die Belüftung funktioniert somit absolut top.

Die unverändert perfekte, dennoch traditionelle Schnürung liefert den notwendigen Halt im Schuh. Schnürsenkellöcher sucht man jedoch an diesem Schuh vergebens, da der Schnürsenkel durch Schlaufentaschen gezogen wird und damit das Obermaterial sowie die überarbeitete längere und besser gepolsterte Zunge optimal am Fuß platziert. Die Schlaufentaschen stehen dabei nicht ab, sondern integrieren sich sehr dezent in die Schuhoberfläche. Ein Verhaken oder an irgendetwas Hängenbleiben ist somit faktisch ausgeschossen.

Dämpfung und Sohle

NIKE setzt bei der Sohle und der Dämpfung nach wie vor auf die bewährte Cushlon ST-Mittelsohle und das Air Zoom-Dämpfungssystem. Insofern hat sich seit dem Modell 34, welches ich damals bereits getestet habe, erst einmal nichts verändert.

Die Cushlon ST-Mittelsohle ist sichtbar zweigeteilt. Zum einen kommt die für NIKE klassische Waffelstruktur im Bereich des Vorder- und Mittelfußes zum Einsatz. An den Außenseiten wird die sogenannte Crash-Rail-Struktur eingesetzt, die durch ihren Längsverlauf eine bessere Führung beim Abrollverhalten des Schuhs bieten soll. Erkennbar ist auch die Segmentierung dieser Sohleneinheiten, was zu mehr Flexibilität der Sohle insgesamt und zu besserem Grip führt.

Die NIKE Air Zoom-Dämpfung ist fester Bestandteil der gesamten NIKE Air-Familie. Dieses React Foam-Dämpfungssystem kommt dabei nicht nur in den Laufschuhen zum Einsatz.

Vorstellen muss man sich das Dämpfungssystem nicht als kompakte Schaumstoff-Dämpfung, wie in vielen Schuhen üblich, sondern als Druckluft-Kammersystem, welches sich bei Dämpfungserfordernis komprimiert und danach direkt wieder mit Luft vollsaugt – eben react.

Aufgrund dieses Systems ist der Fuß gut gedämpft, dennoch näher am Boden, was einen direkteren Kontakt zur Straße gewährleistet. Ich persönlich fand das sehr angenehm. Bei Betrachtung des Schuhs, der durchaus massig erscheint, kann man aber durchaus etwas Anderes erwarten, dem ist aber nicht so.

Die Sohle läuft sich sehr gut, sehr direkt. Im damaligen Test hatte ich noch von einem recht klobig wirkenden Fersenbereich geschrieben. Dieser wurde mittlerweile ebenfalls überarbeitet. Die Ferse wurde in Dreiecksform ausgestellt, liefert somit eine deutlich erhöhte Agilität. Auch der Knöchelkragen wurde überarbeitet und in Höhe der Achillessehne eine Aussparung vorgenommen. Gut für jeden, der hier Probleme hat.

Fazit

NIKE hat bei seinem Klassiker wieder einmal ein gelungenes Update geliefert. Erfreulich ist, dass man bei NIKE verstanden hat, dass man Gutes bewahren und lediglich dort, wo es nötig ist, Anpassungen vornimmt.

So wird ein echter Klassiker nicht verhunzt und man hat auch noch Jahre später die Gewähr, einen funktionierenden Laufschuh zu bekommen.

Die Passform ist perfekt, die vergrößerte Zehenbox bietet Platz ohne schwammig zu wirken, die überarbeitete Ferse gibt Agilität und die Aussparung an der Achillessehne hilft, sollte man hier Probleme haben. Das Flymesh ist nach wie vor top atmungsaktiv und die ausgeprägtere Zunge polstert hervorragend, so dass man auch bei längeren Einheiten keinen Druck auf dem Fußrist verspürt.

Ich habe den Schuh ordentlich eingelaufen und kürzlich beim 7. Kopenhagen Halbmarathon getragen. Ich gehöre zu den Kandidaten, die gerne immer mal wieder Probleme mit der Achillessehne haben. Ich kann sagen, dass mich der Schuh gut über die Strecke geführt hat – mein Laufbericht dazu folgt.

Insofern ein ordentlicher Trainings- und Laufschuh für mittlere Distanzen, mit viel Komfort aber dennoch direktem Laufgefühl. Von mir eine klare Empfehlung – ich bereue meinen Kauf jedenfalls nicht.

Allzeit gute Läufe!

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