Am vergangenen Wochenende hatte ich kurz vor dem Zagreb21 Half Marathon noch einmal einen kleinen Formtest über die 10-km-Distanz eingeplant. Eine etwa 30-minütige Autofahrt führte mich dazu in den Nachbarkreis Warendorf, genauer nach Ahlen-Vorhelm.
Kalt und dicht bewölkt war es, sodass ich zunächst wieder auf winterliche Laufkleidung inklusive Mütze und Handschuhe setzte. In Vorhelm angekommen, holte ich mir am Birkenstadion Vorhelm des TuS Westfalia Vorhelm e.V. meine Startnummer ab und verzog mich anschließend erst einmal wieder ins warme Auto.










20 Minuten vor dem Start begann ich mit dem Aufwärmen – und genau in diesem Moment kam die Sonne heraus. Schlagartig wurde es angenehm: Der Wind ließ nach, die Wolken brachen auf und die Sonne tat ihr Übriges. Also schnell noch einmal umgezogen und zumindest auf kurze Hose gewechselt. Danach drehte ich meine Aufwärmrunde.
Der Start befand sich hinter dem Stadion auf einem Wirtschaftsweg. Von dort hatte man eine schöne Sicht auf die dominierende Kirche St. Pankratius in Vorhelm. Ich machte noch ein paar Fotos für Mitläufer, die ihr iPhone vergessen hatten, und dann ging es um 11 Uhr auch schon pünktlich los.
Zunächst verlief die Strecke Richtung Vorhelm. Bereits nach etwa 300 Metern am Ortsrand ging es links in den Verlobungsweg – ein netter Name 😉. Diesem Waldpättken folgten wir ein Stück, bevor wir nach rechts in ein Wohngebiet abbogen. Lange hielten wir uns dort aber nicht auf. Schnell waren wir wieder aus Vorhelm heraus und liefen auf einem asphaltierten Wirtschaftsweg weiter ins Schäringerfeld.

Mittlerweile schien die Sonne richtig und es hätte kaum angenehmer sein können: kühle Temperaturen, Sonnenschein und eine herrliche Landschaft um uns herum. Auch die Streckenführung war angenehm – wenig Kurven, sodass man schnell in den Rhythmus fand und gut Tempo machen konnte.

Nach etwa zweieinhalb Kilometern erreichten wir einen Wegweiser zur Wibbeltkapelle. Wir bogen links ab, an einer Weggabelung ging es nach rechts, und schon nach weiteren 500 Metern erreichten wir die Wibbeltkapelle am Wibbelthof.
Was hat es aber mit „Wibbelt“ auf sich? Hier folgt ein kleiner Bildungsteil: Augustin Wibbelt war ein deutsch-katholischer Geistlicher und bedeutender westfälischer Schriftsteller. Bekannt wurde er vor allem durch seine plattdeutschen Dichtungen. 1946 erhielt er den Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis. Geboren wurde er 1826 auf dem Wibbelthof.
Kurz hinter dem Hof ging es links weiter und wieder zurück Richtung Vorhelm. Einmal rechts, einmal links – und schon befanden wir uns auf der Zielgeraden am Birkenstadion.









Die angenehm zu laufende Runde musste nun noch ein zweites Mal absolviert werden. Beim ersten Durchlaufen der Ziellinie lag ich bei knapp 25 Minuten. Sollte eine ähnliche Zeit auch für die zweite Runde möglich sein? Dann wäre eine Sub-50 über 10 Kilometer durchaus drin.
Ich suchte mir also einen Läufer, der ungefähr mein Tempo lief – knapp unter 5 Minuten pro Kilometer. Schließlich fand ich eine Läuferin, mit der ich mich ohnehin schon die ganze Zeit über unbewusst gemessen hatte. Mal war sie vorne, mal ich. Also hängte ich mich an sie dran und ließ mich ein wenig ziehen. Bei Kilometer 8 wurden wir dann von einer weiteren Läuferin überholt und plötzlich zog das Tempo spürbar an.
Ab Kilometer 9 – so war mein Plan – wollte ich noch einmal richtig Druck machen und den letzten Kilometer deutlich unter 5 Minuten laufen. Genau das setzte ich dann auch um. Auf der leicht abfallenden Zielgeraden konnte ich noch einmal ordentlich Speed aufnehmen. Die Läuferin vor mir erreichte ich zwar nicht mehr – wohl aber mein Ziel, die Sub-50.









Meine Uhr zeigte exakt 50 Minuten für genau 10 Kilometer an – eine Punktlandung, die selten vorkommt. Die offizielle Zeit lag dann sogar bei 49:57 Minuten. Damit belegte ich Platz 55 von 110 Finishern, Platz 6 von 10 in meiner Altersklasse und Platz 42 von 77 bei den Männern.
Im Ziel suchte ich zunächst etwas zu trinken, konnte aber keinen Versorgungsstand entdecken. Also ging es zurück zum Auto, wo ich zum Glück Wasser dabeihatte.
Alles in allem war es ein sehr schöner Lauf auf einem flachen Rundkurs mit zwei Runden. Mit meiner Zeit konnte ich im noch jungen Jahr immerhin schon eine persönliche Jahresbestzeit über 10 Kilometer aufstellen.
Formtest bestanden – Zagreb kann kommen. Euch allzeit gute Läufe und vielleicht sieht man sich ja einmal auf einer der nächsten Strecken. 🏃♂️