5ème Édition de Semi-Marathon de Marseille – Kurzweiliger Stadtparcours und Küstensightseeing in einem Lauf (21,1, km/HM)

Marseille war mein Ersatz für den 2018 Vodafone Malta Half Marathon, bei dem ich zwar angemeldet war, dann aber leider doch nicht starten konnte.  Also musste im März der Saisonstart, zumindest was die Halbmarathonstrecke angeht, noch nachgeholt werden. Gesagt, getan.

Samstagsfrüh ging es mit Lufthansa von Düsseldorf über München nach Marseille. Vom Flughafen aus brachte mich der Shuttle-Bus für kleines Geld zum Hauptbahnhof Marseille-Saint-Charles. Etwa 2 Kilometer durch die Innenstadt gelaufen und ich erreichte den Vieux Port, den alten Hafen. Hier lag in zweiter Reihe mein Hotel Beauséjour, was ich sehr empfehlen kann.

Die Startnummernausgabe fand im Race Village direkt vor dem Rathaus statt. Hier gab es auch eine Sportmesse und bereits die ersten Läufe für die Kleinsten aus der Läufer-Community. Die Sicherheitsvorkehrungen waren enorm. Leider hat auch Marseille mittlerweile ganz eigene Erfahrungen mit dem Terror gemacht. Am Nachmittag stand dann noch Sightseeing bei reichlich Sonnenschein, aber durchaus frischen Temperaturen, auf dem Programm.

Der Halbmarathon startete dann am Sonntagfrüh um 8:30 Uhr vor der Cathédrale de la Major. Interessant war bei diesem Lauf, dass die unterschiedlichen Läufe, nämlich 10 Kilometer, Halbmarathon und Marathon, von unterschiedlichen Punkten in der Stadt aus starteten. Gleiches Ziel für alle war jedoch der Vieux Port.

Strecke Marseille

Der Start war in einzelne Startblöcke aufgeteilt. Ich hatte mich für eine Zeit von 1:45:00 Stunden entschieden. Ambitioniert, aber durchaus machbar. In einzelnen Wellen wurde der Start durchgeführt, so dass unser Block erst um 8:45 Uhr auf die Reise geschickt wurde. Da wir direkt an der Hafenkante warteten, war derjenige glücklich, der inmitten des Läuferfeldes stand und so vor dem Wind geschützt war. Dann folgte endlich unser Countdown und recht entspannt begaben sich alle auf die Reise. Von Gedrängel und Ellenbogenmentalität war hier nichts zu spüren.

profil-parcours-semi-rim18 KopieUnsere ersten zwei Kilometer führten uns entlang der Docks in nördlicher Richtung, vorbei an den Hafenterrassen und des alten Lazaretts. Dann näherten wir uns dem mächtigen Bürohochhaus des international tätigen französischen Container- und Schifffahrtsunternehmen CMA-CGM. Hier vollzogen wir eine 360 Grad-Kurve und liefen wieder gefühlt zurück. Für eineinhalb Kilometer folgten wir nun dem Boulevard de Dunkerque, der uns durch Häuserschluchten moderner Büroarchitektur führte. Dann bogen wir schräg links ab und folgten den Gleisen der Straßenbahn.

Hier hieß es immer mal wieder gut aufpassen, insbesondere, wenn es Weichen gab. In den Kerben konnte man sich durchaus verfangen. Aber alles ging gut. An der Cours Belsunce erreichten wir die Innenstadt Marseilles. Auch hier hieß es aufpassen und besser Abstand zum Vordermann halten, sofern überhaupt möglich. Dies, obwohl der Straßenverlauf ordentlich breit war. Ist Marseille die Stadt der Poller? Alles war durch Poller abgegrenzt. Die Gleise, die Haltestellen, die Übergänge, und, und, und. Eine echte Herausforderung im dichten Läuferfeld zum einen die Poller wahrzunehmen und dann auch noch direkt zu reagieren und diesen auszuweichen.

Für die nächsten knapp zwei Kilometer ging es nun immer geradeaus und dies störungsfrei. Am Ende dieses Teilstücks erreichten wir die Place de Castellane. Die Place ist ein großer Kreisverkehr, in dessen Mitte ein Brunnen mit einem mächtigen Obelisken steht. Erbaut wurde dieses Kunstwerk 1798. Hier durchquerten wir auch den Startpunkt des 10 km-Laufs.

Bisher unterlag die Strecke durchaus gewissen Steigungen. Nun ging es aber eher gemächlich an- und absteigend weiter. Weitere zwei Kilometer geradeaus, nun auf der Avenue de Prado bis zum nächsten großen Kreisverkehr, dem Rond-Pont du Prado. Hier bogen wir nach rechts ab und folgten der Avenue du Prado weiter Richtung Küstenlinie. Gesäumt war die Avenue von feinen Villen und Mietshäusern. Wohl einer der besseren Stadtteile zum Wohnen in Marseille.

Wir erreichten den Parc Borély und die Pferderennbahn Marseille Borély. Hier, in direkter Lage am Mittelmeer, liefen wir nun in diversen Schleifen die nächsten sechs Kilometer. Die Avenue Pierre Mendès France, die direkt am Mittelmeer lag, wurde dabei auf einer Teilstrecke von jeweils einem Kilometer dreimal durchlaufen. Die einzelnen Streckenabschnitte waren voneinander getrennt, so dass wir nun die Gelegenheit hatten, sämtliche Läufer auf den einzelnen Kilometern immer wieder zu treffen. Ein interessantes Hin und Her von Läufern, die sich gegenseitig anfeuerten. Dazu immer wieder eine frische Brise und ab und zu auch ein wenig salzige Gischt vom Mittelmeer.

Bei Kilometer 13 wurde ich dann Opfer der nicht ganz klaren Kilometerangaben. Es gab rote Kilometerangaben und blaue. Blau war auch die Farbe des Halbmarathons, schwarz eigentlich die Farbe des Marathons und rot? Keine Ahnung. Da stand dann ein blaues Schild mit der Angabe „Kilometer 15“. Ich war überrascht, dass ich schon so weit sein sollte. Zum einen fühlte ich mich top. Ok, warum nicht schon soweit. Von der Zeit her konnte das aber niemals passen. Das wäre dann wirklich Rekord gewesen. Also Handy raus und nachgeschaut. Die Ernüchterung folgte. Kilometer 13 war gerade vollendet. Darauf erst mal ein Wasser getrunken und weitergelaufen.

Der heftige Wind in diesem Abschnitt führte nun dazu, dass ich meinen Pacemaker 1:45 ziehen lassen musste. Ich hatte schon im Vorfeld ein wenig auf Abstand gehen müssen, da ich an einer Verpflegungsstation Wasser gebunkert hatte. Ist der Abstand erst einmal da, ist es schwer wieder dran zu kommen. Machte aber auch nichts, da ich dennoch gut unterwegs war und ich mir sicher war, dass ich dennoch unter 1:50 finishen werde. Mit oder ohne Pacemaker.

Ab Kilometer 15 endete der Stadtparcours und der wohl schönste Streckenabschnitt bis ins Ziel begann. Auf Fotos hatte ich schon viel davon gesehen. Jetzt hieß es den Blick nach schräg links gerichtet und die herrliche Kulisse des Mittelmeers genossen. Es ging mächtig bergan. Die Corniche du Président J.F. Kennedy schlängelte sich nun oberhalb des Mittelmeers an der Küste entlang. Rechts vereinzelt Häuser und kleinere Örtlichkeiten, links unmittelbar das Meer. Kurz vor Kilometer 18 überquerten wir noch eine schöne alte Bogenbrücke, bevor wir wieder in städtisches Flair eintauchten. Wir durchliefen nun den Stadtteil Endoume und bogen dann bei Le Pharo, zwei Kilometer vor dem Ziel, am Vieux Port, auf den Schlusskurs ein.

Noch einmal steil bergan gelaufen, dann eröffnete sich vor uns der alte Hafen mit seinen hunderten von Booten, die hier vor Anker lagen. Der letzte Kilometer führte uns einmal rund um den Vieux Port, dies verbunden mit einer spektakulären Kulisse. Ist es hier ohnehin immer sehr besucht, standen heute die Zuschauer in Massen Spalier und feuerten die Läufer auf den letzten Metern frenetisch an. Kurz vor dem Ziel hieß es dann den richtigen Kanal zu wählen und ins Ziel zu laufen.

Mit einer für mich tollen Zeit von 1:47:59 Stunden erreichte ich nach 21,0972 Kilometern die Ziellinie und war ziemlich froh, den ersten Halbmarathon des Jahres so deutlich unter 1:50:00 Stunden zu finishen. Immerhin war ich im Januar und Februar krankheitsbedingt nicht unbedingt in Topform bzw. konnte wochenlang gar nicht laufen.

Der Marseille Halbmarathon erreichte mit 11.571 Finishern einen neuen Rekord. Insgesamt waren 11.691 Teilnehmer überhaupt gestartet. Im Rahmen des Halbmarathons erreichten 5.026 Teilnehmer das Ziel. Hier belegte ich mit meiner Zeit Platz 1.540, in der Genderwertung Platz 1.376 (3.270) und in der Altersklassenwertung Platz 422 (928).  Über den gesamten Lauf hinweg war ich mit einer Pace von 5:07 min./km unterwegs. Mit seiner leicht steilen Route ist der Marseille Marathon nicht der Leichteste, insofern war diese Zeit für mich durchaus sehr gut.

Nach meinem Lauf hieß es dann schnell duschen, eine halbe Stunde im Hotel regenerieren und dann das Zimmer räumen. Ich beschloss dann noch ein wenig am Hafen und an den neu errichteten Museen an der Cathédrale de la Major rumzuschlendern. Hier konnte ich mich sogar ein wenig in die Sonne legen, obwohl der Wind vom Mittelmeer aus ordentlich kühl war. Am Nachmittag hieß es dann aufbrechen und mit dem Shuttle-Bus vom Bahnhof aus zum Flughafen fahren.

Hier ereilte mich dann eine Überraschung, die nicht ungünstiger hätte kommen können. Mein Flug nach Frankfurt war gestrichen. Dies war insofern ein Problem, als das meine Tochter am Abend und die Nacht alleine zu Hause gewesen wäre. Also hieß es nun diesen Umstand zu organisieren, was aber schnell geregelt war. Mein Zwangsaufenthalt in einem Hotel am Flughafen Marseille dauerte dann bis mittags des nächsten Tages. Erst dann konnte ich via Direktflug mit Germanwings nach Düsseldorf zurückfliegen. Da der Flieger bereits voll ausgebucht war, konnte ich das in Anspruch nehmen, was man wohl auch auf solch einem Flug als Business-Klasse oder wie auch immer bezeichnet.

Der Marseille Halbmarathon war aufgrund seiner abwechslungsreichen Streckenführung wohl einer der schönsten, die ich bisher gelaufen bin. Neben einem ausgedehnten Stadtparcours, vorbei an den wesentlichen Sehenswürdigkeiten der Stadt, bot er eben auch den fantastischen Streckenabschnitt am Mittelmeer.

Wer also einen Lauf für das nächste Jahr zur Saisoneröffnung sucht, der ist hier sehr gut aufgehoben und kann sich auf der Website von Run in Marseille umfassend informieren. Neben einem Halbmarathon wird noch ein voller Marathon oder aber der 10 Kilometer-Lauf angeboten. Insofern ist für jeden etwas dabei. Die Organisation ist vorbildlich

On se voit à Marseille. Toujours de bonnes courses!

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