Die Grönland-Trilogie – Trailrun durch ein UNESCO-Weltnaturerbe (7 km)

Das grönländische Wort für Eisberge ist gleichzeitig auch der Name der drittgrößten Stadt Grönlands. Ein treffender Name. Denn wenige Kilometer weiter südlich mündet der spektakuläre Icefjord in die Disko-Bucht und sorgt für ein weltweit einzigartiges Naturschauspiel, das mittlerweile UNSECO-Weltnaturerbe unter Schutz steht.

Das Inlandeis rinnt hier in den Ozean. Riesige Eisberge, die 100 bis 150 und mehr Meter über den Wasserspiegel und 300 bis 400 Meter in die Tiefe reichen können, ziehen majestätisch vorbei und treiben Richtung Süden.

Auch jener Eisberg, der die Titanic in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1912 versenkte, stammte mit großer Wahrscheinlichkeit aus diesem Fjord.

Was liegt nahe, nicht nur hier zu wandern, sondern auch diese schöne Runde südlich von Ilulissat via Trailrun zu erkunden.

Von unserem Haus aus mache ich mich auf den Weg. Hierzu biege ich erst in die „Ortsumgehung“, eine Straße, die einmal um den Ort rum führt, ab und laufe immer an den Häusern der Küstenlinie entlang. Dabei komme ich an einem der wenigen Hotels, dem Hotel Icefjord, entlang. Nach rund 2 Kilometern biege ich nach rechts in die Zufahrtsstraße zum Kraftwerk Ilulissats ab.

Kurz hinter dem Kraftwerk beginnt die steinerne Wildnis abrupt durch einen hilfreichen Treppenaufstieg. Oben angekommen hat man einen schönen Blick auf Ilulissat und einen noch schöneren Blick in die felsige Weite des weiteren Verlaufs des Weges. Über Steinplatten und torfigen Untergrund laufe ich weiter entlang der Küstenlinie. Bereits hier kann man während des Laufs die vereiste Küstenlinie und das Durchkämpfen der Boote und Schiffe durch das Eis beobachten.

Strecke - Icefjord-Runde

An einer kleinen Unterstandshütte, die auf einer weiten Ebene steht, kann man sich noch einmal sammeln, bevor es steil hinauf auf ein weiteres Felsplateau geht. Bei Kilometer 3 hat man dann den äußersten Zipfel der Landzunge erreicht und gleichzeitig auch für den Moment den höchsten Punkt. Von hier aus biegt der Pfad nach links in den Icefjord ein. Neben dem Beobachten der riesigen Eistrümmer heißt es aber dennoch – immer auf den Weg achten, da dieser hier teilweise recht ausgesetzt und schwierig zu laufen ist.

Höhenprofil - Bergrunde Icefjord

Nach dreieinhalb Kilometern kommt die nächste Bergwertung. Rund 60 Meter geht es noch einmal ordentlich steil nach oben. Oben angekommen befindet man sich 102 Meter über dem Icefjord und auf dem höchsten Punkt des Weges. Von hier sieht man, dass die Eisberge vielfach noch deutlich höher sind. Nur stellenweise kann man über sie hinüber, auf das offene Meer, schauen.

Im weiteren Verlauf geht es nun nur noch bergab, aber auch weg vom Icefjord. Der Weg hält sich in höhe der alten prähistorischen Siedlung Sermermiut weiter links und führt wieder in das Landesinnere zurück nach Ilulissat. Bei Kilometer 5 streife ich den Friedhof Ilulissats und im Weiteren die Wohnstätten tausender Schlittenhunde. Hier herrscht reges Geheul und es riecht nach Trockenfisch.

Bei Kilometer 6 bin ich wieder in der „Zivilisation“. Ich laufe entlang des Fußballplatzes und unseres Supermarktes Pisiffik, der je nach Belieferungsstatus eine recht beachtliche Auswahl an Lebensmitteln vorhält. Hinter dem Supermarkt geht es noch einmal ordentlich bergab Richtung Hafen, bevor ich nach links zu unserem Haus abbiege.

Diese schöne kombinierte Straßen- und Trailrunde ist 7 Kilometer lang, aber nicht zu unterschätzen. Der Weg hat es in sich und bietet die eine oder andere ordentliche Steigung, die gemeistert werden muss. Ich schaffe die Tour in gemütlichen 41:28 min.

Es gibt soviel zu sehen, so dass man diese Tour gerne auch in die andere Richtung laufen kann oder bei mehr Kondition um einen Schlenker durch das weiter hinten im Icefjord gelegene Seqinniarfik/Holms Bakke oder sogar bis zum See Amitsorsuup Tasia erweitern kann. Hier führen alle Wege wieder zurück nach Ilulissat – oder eben ins ewige Eis.

Wem die Trailrunden nicht so liegen, der kann Ilulissat auch laufend entdecken. Über diese Stadtrunde berichte ich dem Post „Stadt der Eisberge – klein aber fein“.

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