Laufbericht: 19. Baumberger Abendlauf Laer-Holthausen (10 km)

Freitagabend, Laer-Holthausen. Von meinem Parkplatz auf einer Wiese, gelange ich über die Großbaustelle im Ortskern von Laer-Holthausen zum Stadion des SW Beerlage-Holthausen e.V. Der Boden ist verschlickt, alles steht unter Wasser und noch bevor das eigentliche Event, der 10 km-Hauptlauf, startet, sind die Schuhe dreckig.

Auf dem Sportplatz ist es zumindest sauber, aber der Rasen wirkt wie ein vollgesogener Schwamm. Es hat auf der Hinfahrt bereits heftig geregnet und die Wolken sagen nichts anderes für die nächsten Minuten voraus.

Im Feuerwehrgerätehaus werden die Startnummern ausgegeben. Dies geht schnell und unkompliziert. Danach heißt es warten und die Wetter-App studieren. Mit meinen Leuten vom Lauftreff Lüdinghausen treffe ich mich vor dem Feuerwehrgerätehaus. Wir haben uns unter einen Pavillon gestellt. Eine weise Entscheidung, denn dann geht es wieder richtig los. Ohne großes Vorspiel brechen die Wolken auf und es schüttet wie aus Eimern.

Die Wetter-App sagt, es sei um 19:10 Uhr vorbei. Verblieben somit 5 Minuten zum Einlaufen. Schon ein bisschen knapp. Petrus hat aber ein Einsehen und um kurz vor 19 Uhr brechen die Wolken auf und es kommt sogar die Sonne durch. Das Einlaufen kann starten.

Auch der Lauf ist pünktlich. 19:15 Uhr, mit einem „Auf die Plätze, fertig, los“ geht es unspektakulär und ohne Knall los.

Eine Runde über den Sportplatz, über den vom Regen vollgesogenen Rasenschwamm. Es braucht keine 100 Meter und meine Füße erfahren die erste Kühlung. Dann geht es aus dem Sportgelände raus und wir setzen unseren Lauf, nach links abbiegend, „Auf’n Thie“ fort. Ziemlich unmittelbar verlassen wir Holthausen und laufen in die Bauerschaft hinaus. Nach gut einem Kilometer gabelt sich der Weg und wir laufen nach rechts weiter.

Links und rechts herrliche Felder, vereinzelt passieren wir kleinere Höfe, die Sonne kämpft mit den Wolken und es bietet sich ein warmes, feucht nebeliges, Licht. Die Wege sind nass, lassen sich aber sehr gut laufen. Nach knapp zweieinhalb Kilometern erreichen wir eine gesperrte Kreisstraße, auf die wir nach links einbiegen und dieser für knapp 500 Meter folgen.

Mit meiner Zeit bin ich sehr gut zufrieden. Nach jedem Kilometer schaue ich kurz auf die Uhr und ich laufe mit einer Pace von deutlich unter 5 Minuten/Kilometer. Und es macht nicht den Anschein, als sollte sich das noch ändern. Meine Achillessehne verhält sich ruhig, mein Oberschenkel ebenso. Es scheint, 8 Wochen Pause, Ausgleichssport wie Schwimmen und Mountainbiken sowie ruhiges Wiederanlaufen entfalten ihre Wirkung.

Nach dem Abzweig von der Kreisstraße kommt der Hof Thiemann. Hier gibt es den ersten Verpflegungsstand, den ich heute aber gut auslassen kann. Ich fühle mich frisch und nicht durstig. Es geht ohne Verzögerung flott weiter. Nach 5 Kilometern Wegstrecke erreichen wir erneut eine kleine Kreisstraße, die wir kurz überqueren, um dann auf einem schotterigen Feldweg weiterzulaufen, der uns für den nächsten Kilometer immer an der Steinfurter Aa entlangführt. In der Ferne erhebt sich die Pfarrkirche von Altenberge.

Bei Kilometer 6 biegen wir nach links ab und queren über eine schmale Holzbrücke die Steinfurter Aa. Für einen weiteren knappen Kilometer geht es nun durch die Felder zurück zur Kreisstraße, der wir beim Erreichen ein Stück folgen. Im weiteren Verlauf biegen wir dann aber wieder in die Felder ab und laufen über den Wirtschaftsweg „Dorfbauerschaft“ zurück nach Laer.

Bei Kilometer 7 meldete sich meine Achillessehen dann doch ein wenig, aber ich konnte gut drüber hinweglaufen und der Druck war schnell weg. Dann noch einmal ein kurzes Ziepen bei Kilometer 9 und das war es dann auch schon. Das Ortsschild von Holthausen kam in den Blick und gleichzeitig merkte ich „Besuch“ von hinten. Ich zog noch einmal das Tempo an, da ich die letzten zwei Kilometer ein wenig gebremster unterwegs war.

Beim Einlauf ins Stadion hörte ich, wie jemand zu der Person hinter mir sagte „komm, den schaffst Du noch“. Das spornte mich noch mal an und auf dem schwammigen Rasen gab ich noch einmal Vollgas. Das Ziel erreichte ich ohne Überholer in einer durchaus guten Zeit von 51:17 Minuten. Damit kam ich in der Gesamtwertung von 328 Finishern auf Platz 152, somit im guten Mittelfeld. In der Altersklasse reichte es für Platz 13 (26) und bei den Männern für Platz 128 (221). Insgesamt war dies ein gelungener Testlauf nach meiner Sehnenerkrankung, die ich mir aus der Schweiz vom Sempacherseelauf mitgebracht hatte.

Nach dem Lauf holte ich mir erst einmal etwas zu trinken und ein Müsli. Dann ging es für mich nach Hause.

Der Baumberge Abendlauf war in diesem Jahr aufgrund der Baustelle und der leicht abgewandelten Streckenführung nicht offiziell vermessen, aber dennoch kam ich auf meine 10 km. Neben dem Hauptlauf werden in Holthausen auch noch ein 5er, ein 2,5er, ein 1er, ein 0,5er und das Walking/Nordic Walking über 3 Kilometer angeboten. So ist für alle und vor allem für die Jüngsten eine gute Auswahl an Läufen vorhanden. Und dass der Lauf attraktiv ist, zeigt die Tatsache, dass mehr Läuferinnen und Läufer teilnehmen, als Holthausen Einwohner hat – so zumindest der Moderator des Laufs.

Die Strecke verläuft fast ausnahmslos durch die Felder und bietet somit herrliche Aussichten und vor allem Ruhe. Man kann gut überholen und so an seiner Bestzeit basteln, wenn der Lauf im nächsten Jahr dann auch wieder über die offizielle Strecke läuft.

Für mich war es ein guter Testlauf und der nächste folgt direkt erneut an einem Freitag in Spelle bei Rheine. Hier starte ich beim 34. Speller Sparkassen-Sommernachtslauf, ebenfalls über 10 Kilometer.

Euch allzeit gute Läufe.

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