8. Ibbenbürener Klippenlauf – Der Landschaftslauf mit der besonderen Härte (24,7 km)

Der Ibbenbürener Klippenlauf war auch in diesem Jahr nicht nur für die Finisher des Laufs ein voller Erfolg. Der Veranstalter, der Marathon Ibbenbüren e.V., konnte in diesem Jahr eine dreifache Rekordveranstaltung vermelden. So konnte mit einer Zeit von 46:38 Minuten

ein neuer Streckenrekord über die Jedermann-Distanz bei den Herren, mit einer Zeit von 1:46:29 Stunden ein neuer Streckenrekord beim Hauptlauf für die Damen und eine neue Rekordbeteiligung bei den Teilnehmern vermeldet werden.

Innerhalb von nur 75 Minuten war der Lauf nach Freischaltung der Anmeldung im November 2018 mit 1.300 Startplätzen ausverkauft. Finishen taten schlussendlich 1.130 Läuferinnen und Läufer.

Ich selbst hatte mich auch auf den Weg nach Ibbenbüren gemacht. Mit dem guten Gefühl reichlich Zeit zu haben, musste ich aber feststellen, dass die Sonne schon reichlich Teilnehmer angelockt hatte. So war der Parkplatz bereits gesperrt und ich konnte noch an der Straße eine komplett freie Haltebucht ergattern. Da hatte ich Schwein gehabt, denn mit Parken in fußläufiger Nähe zur Ludwigschule ist es ansonsten nicht so gut bestellt.

Meine Startnummer konnte ich relativ schnell bekommen. Der gesamte Schulplatz war bereits voll mit Teilnehmern. Nun noch schnell vorbereitet und wieder zurück an die Startlinie. Hier traf ich dann auch wieder Thomas, den HarleRunner, der diesmal mit tatkräftiger Unterstützung angerückt war. Das obligatorische Foto gemacht und dann ging es auch schon fast los.

Um exakt 14 Uhr erfolgte der Startschuss für den Hauptlauf. Ich befand mich irgendwo im Mittelfeld und lies es ganz gemächlich angehen. In diesem Blog werde ich nicht näher auf die Strecke eingehen. Diese findet Ihr ausführlich in meinem Laufbericht des 7. Ibbenbürener Klippenlaufs beschrieben.

Das Wetter war ideal. Die Sonne schien, es war noch nicht allzu warm und ein leichter Wind wehte. So konnte es weiter gehen. Überraschend war, dass trotz der Masse an Läufern und dafür recht schmalen Wegen im Anfang und erst recht später im Berg, kein wesentliches Gedränge stattfand. Man kennt das ja, dass bei Straßenläufen direkt die Kämpfe um einen vorderen Platz beginnen, die im Endeffekt sowieso lediglich die Spitze halten können. Alle liefen sehr gesittet ihr Tempo, Überholungen liefen reibungslos und geordnet ab – Hut ab! Nur manchmal gab es Laufgruppen, die der Meinung waren, sie müssten zu viert nebeneinander laufen und damit alle anderen behindern.

Strecke Klippenlauf

Im Hinblick darauf, dass man hier an einem Wettkampf teilnimmt, finde ich dieses Vorgehen ein wenig rücksichtslos. Im Training, in der Laufgruppe, alles kein Problem. Aber bei einem Rennen sollte man seine Geschwindigkeit schon einschätzen können und so auch Platz für schnellere Läufer machen.

Die ersten beiden Kilometer lief ich noch in einer exakten 5-er Pace. Dann folgte die erste Klippe, bei der ich auf eine mittlere 6-er Pace reduzierte. In der Nachschau betrachtet war es dann auch tatsächlich so, dass die Bergabetappen im 5-er und die Berganetappen im 6-er-Schnitt gelaufen wurden. Insgesamt also durchaus vorzeigbar.

Die ersten Klippen liefen auch wirklich problemlos. Immer schön langsam und gleichmäßig konnte ich die beiden ersten Klippen, die Nordhang-Klippe und die Brumley-Klippe, erkämpfen. Danach folgte die Postweg Klippe, die aufgrund ihres Untergrunds, ausgewaschen und schotterig, nicht einfach war. Dann kam die erste Verpflegungsstation, die ich direkt mal ansteuerte. Bei Kilometer 7 erreichte ich die Teutohang-Klippe, die uns auf den Hermannsweg führte. Von hier ging es auf breitem Weg mit festem Untergrund weiter Richtung Steinbruch-Klippe. Diese erreichten wir bei Kilometer 10,5.

Hier begann das Elend nun seinen Lauf zu nehmen. Ich merkte mittlerweile, dass mein Equipment nicht so recht mitspielen wollte. Meine Hose zwickte und ich musste diese ständig richten. Am rechten Fuß merkte ich, dass sich eine Blase ankündigte. Alles keine guten Voraussetzungen für einen entspannten Run durch den Wald.

Die Steinbruch-Klippe war zwar flach, aber lang. Über rund 1,6 Kilometer ging es schnurgeradeaus und mit 8 % Steigung ständig bergan. Hier überholte mich auch der HarleRunner, der scheinbar federleicht daher galoppierte. Er hatte auch noch Muße ein Foto zu schießen, bevor er mit seinen Mannen davonzog. Ich konnte leider nicht dranbleiben, da ich mittlerweile andere Probleme hatte.

Nach der recht flachen, aber langen Steinbruch-Klippe folgten nun noch die Fischteich-Klippe mit 15 % Steigung und die Kaiserei-Klippe mit 22 % Steigung. Dann kam der Knaller. Zwar „nur“ mit 20 % Steigung, dafür aber deutlich kürzer als die anderen, folgte die Königsdisziplin des Laufs, die Hassberg-Klippe. Hier war der Name Programm.

Höhenmeter_Klippenlauf

Schilder wie „in 150 Metern kein Wasser“ sorgten für echt gute Stimmung. Dafür gab es aber, oben angekommen, Schnaps und Kekse. Meine Pace litt deutlich und stellte sich aufgrund der lohnenden Pause auf 8:11 min/km ein. Ich beschränkte mich wieder auf meine obligatorischen zwei Schnäpse und dann ging es im fliegenden Galopp den Berg wieder herunter, bevor die letzte Klippe, die Wurzel-Klippe, uns wieder hinauf auf den Hermannsweg führen sollte.

Den Hermannsweg nutzten wir zum Entspannen, bevor es an der Nordhang-Klippe hinunter in die Zivilisation ging. Wer nun dachte, das war es, hatte die Rechnung ohne den Wirt gemacht. Es folgten noch weitere rund 4 Kilometer durch die Felder, bevor wir endlich im Ziel an der Ludwigschule ankamen.

Mit einer Zeit von 2:30:04 Stunden konnte ich mich zwar um 1:08 Minuten verbessern, allerdings erreichte ich mein Ziel unter 2:30 Stunden zu bleiben leider nicht. Das werde ich dann sicher nächstes Mal beschwerdefrei hinbekommen – so zumindest der Plan.

Mit meiner Zeit erreichte ich Gesamtplatz 344 von 633 Finishern im Hauptlauf, in der AK-Wertung Platz 69 (95) und bei der Wertung der Männer Platz 388 (485). Alles Werte, die durchaus vergleichbar mit dem Vorjahr waren.

Zum Abschluss gab es erst einmal schönes, kaltes, isotonisches, alkoholfreies Bier und Wasser. Dann eine kurze Gesichtswäsche und der langsame Aufbruch nach Hause konnte starten.

Nächstes Jahr werde ich auf jeden Fall wieder dabei sein. Ist der Ibbenbürener Klippenlauf doch einer der wenigen Läufe, der uns ein wenig Trailfeeling und Steigungsexperience bieten kann. In Vorbereitung auf den Gornergrat-Zermatt Halbmarathon im Juli werde ich sicherlich dieses Jahr noch ein paarmal diese Strecke absolvieren – auch wenn es schwerfällt, aber sie ist landschaftlich einfach nur schön.

Reichlich Infos und eine Streckenbeschreibung findet Ihr auch auf der sehr gut gestalteten Website des Ibbenbürener Klippenlaufs.

Man sieht sich. Allzeit gute Läufe!

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. 80er-kind.de sagt:

    Werde ich fürs nächste Jahr ins Auge fassen. Klingt sehr interessant.

    Gefällt mir

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