Check: Besser mit, als am Stock gehen – Der Leki Micro Carbon Stick

Letztens, beim Frühstück, fiel mir diese Überschrift ein. Und sie gibt so ziemlich das wieder, wie ich es in meinem ersten Trailtest erlebt habe. Zugegeben, die Frage, ob man mit einem Trailstock unterwegs ist oder aber die Anstiege und Abstiege gänzlich auf seine Oberschenkelmuskulatur setzt, scheint in den einschlägigen Trailblogs fasst schon an Philosophie zu grenzen.

Ich persönlich kann sagen, und dies auch aus vielen Bergtouren heraus abgeleitet, die Benutzung von Stöcken hat noch nie geschadet, ganz im Gegenteil. Stöcke entlasten die die Muskulatur, Gelenke und Bänder und tragen so zu einer gleichmäßigeren Verteilung der Beanspruchung auch auf den Oberkörper bei. Die einschlägige Sportwissenschaft spricht von rund 40% Reduzierung der Aufprall-Spitzenkräfte bei Verwendung von Stöcken. So war für mich klar, mein erster Trailversuch erfolgt mit Stöcken.

Zwei Stöcke waren für mich dabei in der engeren Auswahl. Zum einen der Black Diamond Ultra Distance Trekking Pole und eben der Leki Micro Stick Carbon. Ich habe mich im Endeffekt für den Leki Micro Stick Carbon entschieden. Das aber auch nur deshalb, weil ich mit Leki bisher immer gute Erfahrungen gemacht habe. Grundsätzlich spielen beide Stöcke qualitäts- und preismäßig in der gleichen Liga und sind für rund 85 – 95,- € (Leki UVP 129,95 €) zu bekommen.

Aber nun zu den Hardfacts. Für meinen ersten Trail habe ich mir eine Strecke im Teutoburger Wald, von Brochterbeck nach Tecklenburg und zurück (10 km) ausgesucht, die hier auch noch beschrieben wird.

Der Mico Stick fällt durch sein extrem kleines Packmaß (rd. 38 cm) und das erstaunlich leichte Gewicht auf. Meine 130 cm-Stöcke schaffen es inklusive der Tasche auf gerade einmal 420 Gramm. Erreicht wird dieses Leichtgewicht durch die Verwendung von 100% Karbon, das sehr leicht, extrem steif und vor allem sehr langlebig ist.

Der Faltstock besteht aus drei Segmenten, die auseinandergeklappt, ineinandergesteckt und per „Push Button“ arretiert werden. Beim Zusammenstecken fällt auf, es gibt nur einen Push-Button, der das Gesamtwerk arretiert. Dies sieht erst einmal sehr einfach aus und man fragt sich schon, ob das wohl hält, aber im Inneren der Hülsen befindet sich zusätzlich ein PE-ummanteltes Spannseil sowie eine Federung. Diese Konstruktion ist das Herzstück des Micro Sticks, die die einzelnen Hülsen zusammenzieht und für die nötige Stabilität des Stockes sorgt.

Die einzelnen Segmente stecken so fest zusammen, dass nichts wackelt und schwingt. Der Faltstock ist von herkömmlichen einteiligen Stöcken nicht mehr zu unterscheiden.

Die Griffe überzeugen mich durch die Verwendung eines stoffähnlichen Materials, das verhindert, dass man, wie bei den herkömmlichen Plastikgriffen üblich, beim Schwitzen schnell Scheuerstellen oder gar Blasen bekommen kann. Der Griffkopf ist leicht gummiert. Leki bezeichnet seine Griffe als AERGON®-Griffe, wohl ein Wortspiel aus der Ergonomie heraus. Auffallend ist, dass der gesamte Griffbereich völlig kantenfrei gearbeitet ist. Dies ermöglicht das „durch die Hände gleiten lassen“ des Stockes während des Laufs.

Mich persönlich stören regelmäßig die Handschlaufen. Dies ist aber ein generelles Problem, was sich vermutlich nie lösen lässt. Während des Lauf kommt man schlecht aus den Schlaufen raus, oder sie verdrehen sich, oder, oder, oder. Jeder hat sicher schon seine ganz persönlichen Erfahrungen mit den Schlaufen gemacht. Aber wie kann man die Handschlaufen verstellen?

Der Micro Stick verfügt über eine feste Verschraubung der Handschlaufen. Will man diese individuell einstellen, muss man die Verschraubung lösen und die Schlaufen justieren. Ich habe mich gefragt, wo sich die Schraube wohl befindet. Zieht man die Schlaufen nach oben, klickt eine Abdeckung auf und die Schraube kommt zum Vorschein.

Leki bietet auch Stöcke an, wo man die Handschlaufe quasi wie einen Handschuh an der Hand trägt und diese dann in den Stock einklickt. Klingt auch nicht schlecht, aber ich finde immer, je weniger Einzelteile man hat, desto weniger kann auch verloren gehen. Insofern bevorzuge ich dann doch die klassische Handschlaufentechnik.

Der Micro Stick hat mir bei meinem ersten Trail sehr geholfen. Der Unterschied bei den gelaufenen Anstiegen, einmal ohne und einmal mit Stöcken, ist deutlich. Dadurch, dass der Stick so leicht ist, fällt er auch während des Nichtbenutzens überhaupt nicht auf und man kann ihn bequem in der Hand mittragen. Durch den unkomplizierten Faltmechanismus, Knöpfchen drücken und falten, kann man den Stick auch problemlos und schnell an einem mitgeführten Rucksack verstauen.

Einziger Nachteil bei dem faltbaren Micro Stick – er ist nicht höhenverstellbar. Leki, aber auch alle anderen Hersteller derartiger Stöcke, bieten jedoch für alle Körpergrößen das passende Werkzeug für den Trail. Der Micro Stick ist von 110 cm bis 130 cm in 5 cm-Abständen zu bekommen.

Zu guter Letzt, der Leki ist mit einer lebenslangen weltweiten Garantie auf Material- und Produktionsfehler ausgestattet und bietet zudem eine 10-jährige Nachkaufgarantie für benötigte Ersatzteile.


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