Es war ein Zufallsfund im Laufkalender von Uli Sauer. Freitagabend, ein Lauf in unmittelbarer Nähe. Samstag stand eine Hochzeit an, also mussten die beiden Läufe mit weiterer Anfahrt zurückstecken und der 6. Sparkassen-Abendlauf in Recklinghausen wurde kurzerhand gebucht.
Am Rande eines Gewerbegebietes lag das Stadion Hohenhorst. Hier sollten die Läufe starten. Der Recklinghäuser Leichtathletikclub 1952 e.V. (RLC) richtete in Kooperation mit der Sparkasse Vest Recklinghausen den Abendlauf aus. Gelaufen wurden 5 km und 10 km auf zwei bzw. vier Runden im Hohenhorster Wald. Beide Strecken waren amtlich vermessen und daher bestenlistenfähig.
Ich hatte mich für den 10er entschieden. Der Lauf sollte gleichzeitig der Vorbereitung für den 16. NGO Sarajevo Halbmarathon dienen.
Im Stadion angekommen zeigte sich mir zunächst einmal nicht viel. Rund 10 Leute waren 45 Minuten vor dem Start anwesend. Meine Startnummer hatte ich mir bereits am Kassenhäuschen des Stadions abgeholt. Keine Musik, kein Tammtamm. Recht unspektakulär. Also ging ich zum Auto zurück und bereitete meine Laufsachen vor.
20 Minuten vorher lief ich mich ein und es wurde ein wenig voller. Der 10er sollte um 18:30 Uhr starten, der 5er um 18:40 Uhr. Kurz vor dem Start versammelten sich die 56 Starter des 10 Kilometer-Laufs an der Startlinie im Inneren des Stadions. Das Wetter war recht angenehm. Auch wenn es doch ziemlich schwül war, der immer mal wieder wehende Wind sorgte ein wenig für Abkühlung.

Dann ging es pünktlich los. Ohne viel Gedrängel ging das Lauffeld auf die Piste. Die erste Hürde war, dass tiefergelegte Stadion zu verlassen. Über eine Rampe, die ordentlich nach oben ging, erreichten wir unsere eigentliche Laufhöhe. Dann führte uns die Strecke zunächst eine Halbrunde um die Sportanlage Hohenhorst, die wir einmal zu laufen hatten. Nach der halben Runde kamen wir zurück auf den eigentlichen Track.

Dieser führte uns zum Tennisclub Hohenhorst, dort über den Parkplatz und dann nach links abbiegend in die Kleinherner Straße. Wer schon immer mal wissen wollte, was hinter den Lärmschutzwällen an der A43 bei Recklinghausen ist, der ist hier richtig. Jetzt ging es für rund 200 Meter entlang der Autobhan, bevor wir in einer Links-rechts-Kurve in den Hohnehorster Wald abbogen.
Nach rund 2,4 Kilometern erreichten wir einen Kreisverkehr und den Bruchweg. An ihm ging es ein paar Meter auf dem seitlichen Fußweg entlang, bevor wir erneut nach links in den Hohnehorster Wald abbogen. Bei Kilometer 3 erreichten wir wieder das Stadion.
Nun mussten wir diese Runde noch drei Mal laufen. Ich bin eigentlich kein Freund von solchen Wiederholungen, aber diesmal war es erträglich. Aufgrund der Schwüle war ich dankbar, wenn wir im Wald unterwegs waren. Hier herrschte eine angenehme Kühle und man konnte ein wenig Speed einlegen.
In der Nachschau betrachtet zeigte sich, dass die Strecke nicht unbedingt flat war, auch wenn es jetzt sicherlich keine Bergwertung war. Bei Kilometer 1,5 gab es mit 59 Metern die tiefste Stelle und bei Kilometer 2 mit 79 Metern die höchste Stelle. Die 20 Meter Höhenunterschied nahm man auf den 500 Metern nicht wirklich wahr und lief diese locker weg.
Nach 51:34 Minuten erreichte ich dann wieder das Ziel im Stadion. Mit dieser Zeit belegte ich in der Gesamtwertung Platz 34 (56), in der Altersklasse Platz 2 (7) und in der Wertung der Männer Platz 31 (47). Aufgrund der feuchten Witterung und der Tatsache, dass das definitiv nicht mein Wetter ist, war ich mit der Zeit sehr zufrieden, zumal diese mich wieder nah an die Möglichkeit von sub 50 gebracht hat. Darauf kann man aufbauen.
Insgesamt ein schöner Lauf, den man gut an einem Freitagabend einschieben kann. Wenn man diesen Lauf allerdings ein bisschen aufpimpen würde, dann wäre er sicher vom Umfeld her noch besser angenommen. So bleibt es vorerst nur ein Lauf, zu dem man eben hinfährt und dann wieder unmittelbar abreist.
Wollt Ihr den Lauf auch einmal absolvieren, dann findet Ihr alle Informationen dazu auf der Website des RLC.
Nun heißt es für mich weiter trainieren, es locker angehen lassen und dann schauen, was Sarajevo zu bieten hat. Derzeit erwarten mich dort 27 Grad – da wird hart.
Euch allzeit gute Läufe!