NIKE Free RN 5.0 – Der Minimalist mit dem Mehr an Farbe im Test (SP)

Als ich das Paket erhielt und es öffnete, war ich aufgrund der mich anstrahlenden Farben erstaunt, was ich da erhalten hatte. Hatte man mir hier ein paar Laufschuhe für Frauen gesandt? Wohl kaum bei Schuhgröße 47,5.

Nicht falsch verstehen, ich mag pink, aber neu und ungewöhnlich ist es ja schon, gerade diese Farbe an einem Laufschuh für Herren wiederzufinden. NIKE beschreibt, dass diese Farbgebung die Mentalität feiert, überall zu laufen und immer für alles bereit zu sein, besonders an langen Sommerabenden. OK, let’s try. Und da ich gerade in Schottland weilte, habe ich auch das Fotoshooting entsprechend farbenfroh gewählt.

Das erste, was auffällt, ist, dass der Schuh extrem leicht ist. Sowohl die Sohle ist völlig anders als alles was man bisher so kennt, als auch das Material ist ein Hauch von Nichts. Gerade einmal 260 Gramm wiegt dann auch der Schuh in Größe 47,5.

NIKE will mit diesem Schuh, der erstmals vor 15 Jahren erschien und nun komplett überarbeitet wurde, ein barfußähnliches Laufgefühl erreichen. „Back to the roots“ heißt die Devise bei diesem minimalistischen Laufschuh, der für die Kurzstrecke bis 5 Kilometer konzipiert wurde.

Sohle & Handling

Die organisch geformte Sohle bildet dabei das Herzstück des Schuhs. Auffallend sind die vielen Kerben, die man in die Sohle geschnitten hat. Und dies ist wirklich so. Die Kerben wurden tatsächlich im Rahmen der Produktion mit einem heißen Messer in die Sohle geschnitten. 52 dieser Flexkerben stellen so eine multidirektionale Flexibilität der Sohle her und mobilisieren die 60 Fußmuskeln und sichern so ein natürliches Abrollverhalten.

Zugleich weist die Sohle aber auch ein festeres und flaches Mittelsohlenstück auf, so dass man ein direkteres Laufgefühl verspürt und einen guten Kontakt zum Boden hat.

Beim ersten Laufen habe ich bewusst kleinere Runden gedreht, da der Schuh zwar leicht ist, der Fuß aber durchaus mitarbeiten muss. Spannend ist dabei, dass man automatisch bedachter läuft, da die Muskulatur des Fußes mehr beansprucht und dadurch gestärkt wird. Das direkte Bodengefühl erfordert zudem ein kontrollierteres Laufen und gezielteres Aufsetzen des Fußes. Der NIKE Free RN wird dadurch zu einem echten Trainingsschuh, nicht nur eben für die Ausdauer, sondern auch für den Muskelaufbau im Fuß und den Waden – eben die Bereiche, die beim Laufen maßgeblich betroffen sind.

Der Schuh weist eine sehr geringe Sprengung (Vorfuß-Fersen-Versatz) von gerade einmal 6 mm auf. Der Vorderfuß liegt auf 14 mm, die Ferse auf 20 mm Sohle.

Die Dämpfung ist straff, aber nicht unangenehm. Man könnte meinen, aufgrund der flexiblen Sohlenkonstruktion würde der Schuh ein eher schwammiges Laufgefühl bieten. Dies ist aber mitnichten so. Für mich war die Dämpfung optimal. Straff, aber nicht zu hart. Für die kleineren Runden, und dafür ist der NIKE Free RN ausgelegt, ist der direktere Kontakt zum Untergrund gut durchdacht.

Kleiner Nachteil, mit der Sohle wird der Wald- oder Schotterboden „aufgeräumt“. Nach den Touren finden sich in den Kerben immer Reste des Bodens wieder, die man aber glücklicherweise beim Laufen selbst nicht merkt. Fraglich, wie lange die Sohle die kleinen Steinchen und Teilchen auf Dauer verkraftet.

Obermaterial & Passform

Das Obermaterial ist weitestgehend ein synthetisches wildlederähnliches Material und ganz leichtes und dünnes Mesh, welches ganz wesentlich zum geringen Gewicht des Schuhs beiträgt. Beim ersten Auspacken des Schuhs überkam mich schon ein gewisser Aha-Effekt, da ich bisher eher Schuhe hatte, die eine Menge verbautes Material vorwiesen. Der Nike Free RN kommt da eher daher, als wenn man ein Stück Stretchsocke mit Sohle in der Hand hält.

Beim Anziehen des Schuhs muss man dann auch an der Ferse ein wenig ziehen, um hineinzukommen. Danach sitzt der Schuh akkurat und fest und das Mesh umschließt den ganzen Fuß wie eine Socke. Dies wird auch dadurch erreicht, dass der Schuh über keine feste Fersenkappe verfügt, sondern über eine verstärkte, aber flexible Fersenkonstruktion.

Angenehm gestaltete sich auch die etwas breitere Zehenbox. Ausreichend Platz vorhanden, aber dennoch fixiert am Fuß. Das Mesh sorgt zudem für eine gute Durchlüftung. Stabilität ist die ganze Zeit vorhanden und das Abrollen und Abstoßen beim Lauf funktioniert ohne Probleme.

Weitere Auffälligkeit – der Schuh verfügt über keine Zunge. Dies hat den Vorteil, dass der Schuh auch ohne Schnürung bereits top am Fuß sitzt. Ein Verrutschen der Zunge durch eine unvorteilhafte Schnürung wird somit vermieden. Auch die Schnürung an sich ist mit drei Kreuzungen eher minimalistisch ausgeprägt, dient sie doch im Endeffekt nur noch der finalen Fixierung des ohnehin schon gutsitzenden Schuhs am Fuß. Gleichzeitig wird Druck auf den Fußrücken damit deutlich reduziert.

Der NIKE Free RN ist grundsätzlich ein Neutralschuh. Ich habe diesen Schuh aber auch mit Sporteinlagen verwendet. Dies war aufgrund der hoch gezogenen „Fersenkappe“ kein Problem. Die Einlage fand gut Platz und der Schuh war hervorragend zu tragen. Weder an den Seiten wurde es eng, noch hatte ich den Eindruck, ich würde aus dem Schuh herausschlüpfen. Funktionalität eben wie eine Socke!

Fazit

Der  NIKE Free RN fällt ziemlich stylisch und gewöhnlich aus und hebt sich durch sein auffälliges Erscheinungsbild deutlich von gängigen Laufschuhen ab.

Der Schuh verfügt über eine top Passform, mit der man sich wohl fühlt und die gleichzeitig ein durchaus sehr direktes und minimalistisches Laufgefühl bietet. Ganz besonders positiv zu benennen ist die automatische Stärkung und Entwicklung der Fuß- und Wadenmuskulatur, die bei jedem Lauf mit dem Schuh aktiviert und gefordert wird.

Auf der offiziellen NIKE-Website ist der Runner in verschiedenen Farbgebungen zum Preis von rund 110 Euro erhältlich. Gegen Aufpreis lässt sich ein eigenes, individuelles Design entwerfen.

Alles in allem ist der NIKE Free RN ein Laufschuh, der zu bewusstem Laufen einlädt und gleichzeitig ein guter Übergangsschuh, wenn man zukünftig vermehrt auf das Laufen mit Barfußschuhen setzen mag.

Ich werde Ihn zukünftig als Zweitschuh für die kleineren Laufdistanzen nutzen und damit gleichzeitig als Trainingsschuh für die Fuß- und Wadenmuskulaturen.

Allzeit gute Läufe!

2 Kommentare Gib deinen ab

  1. runomatic sagt:

    Boah, der ist echt heftig. Vong Aussehen her. Naja, kommt ja bald Stirnlampenzeit. Im Dunkeln sieht ihn keiner. 😀

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    1. Läuft sich aber echt geil 😉 Vom Aussehen her aber echt mal ganz anders und ja, gewöhnungsbedürftig 😉

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